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Behörden-Jux in BernJuso stellt bei Polizei 1000 Bewilligungsanträge

Die Berner Juso hat rund 1000 Bewilligungsanträge fürs Unterschriftensammeln der 99%-Initiative eingereicht. Damit äussert sie ihren Unmut über die aktuelle Bewilligungspraxis.

von
sul
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Viel Papierkram: Juso-Vertreter beim Ausfüllen der Bewilligungsgesuche

Viel Papierkram: Juso-Vertreter beim Ausfüllen der Bewilligungsgesuche

Facebook/Juso Stadt Bern
«Wir können uns nicht jede Woche eine Busse leisten», sagt Vera Diener, Vorstandsmitglied der Juso Stadt Bern (vorne links).

«Wir können uns nicht jede Woche eine Busse leisten», sagt Vera Diener, Vorstandsmitglied der Juso Stadt Bern (vorne links).

Facebook/Juso Stadt Bern
Nächste Woche sitzen die Jungpolitiker mit dem städtischen Polizeiinspektorat zusammen.

Nächste Woche sitzen die Jungpolitiker mit dem städtischen Polizeiinspektorat zusammen.

Facebook/Juso Stadt Bern

Als vier Juso-Mitglieder vor einigen Tagen auf dem Waisenhausplatz Unterschriften für ihre 99%-Initiative sammelten, blieben die Papierbögen auffallend leer. Grund dafür war nicht mangelndes Interesse von Seiten der Bürger, sondern ein Platzverweis durch die Polizei: Die Jungpolitiker hatten für ihre Aktion keine Bewilligung beantragt. Ein Gesuch müsste aber spätestens drei Wochen im Voraus bei der Orts- und Gewerbepolizei eingereicht werden.

Den Verweis liess die Juso nicht auf sich sitzen. Aus Protest schleppte sie am späten Mittwochnachmittag vier Kisten aufs Berner Polizeiinspektorat. Der Inhalt: Rund 1000 «sorgfältig ausgefüllte» Bewilligungsformulare, wie die Partei auf ihrer Facebook-Seite schreibt.

Juso kann sich Bussen nicht leisten

Damit wolle man nicht die Behörden schikanieren, sondern aufzeigen, «wie lächerlich und undemokratisch» die aktuelle Bewilligungspraxis der Stadt Bern sei, heisst es weiter. Weil die Personalplanung mit Freiwilligen schwierig sei, könne die Juso in der Regel nicht drei Wochen im Voraus sagen, ob ein Termin wahrgenommen werden könne oder nicht.

So habe die Aktion auch einen pragmatischen Hintergrund. «Wir können uns nicht jede Woche eine Busse leisten», sagt Vera Diener, Vorstandsmitglied der Juso Stadt Bern.

Dialog mit Stadt geplant

Das städtische Polizeiinspektorat bestätigt den Eingang der rund 1000 Gesuche. «Wir schauen sie an und werden sie beurteilen», sagt Leiter Marc Heeb. Nächste Woche sei zudem ein Gespräch mit Juso-Vertretern angesetzt. «Wir werden gemeinsam die Probleme erörtern und nach Lösungen suchen.»

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