20 Millionen Franken: Juso will mehr Geld für Zürcher Lehrlings-Fonds
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20 Millionen FrankenJuso will mehr Geld für Zürcher Lehrlings-Fonds

Firmen ohne Lehrlinge zahlen jährlich 1 Promille ihrer Lohnsumme in den Zürcher Berufsbildungs-Fonds ein. Zu wenig, findet die Juso und fordert das Doppelte.

von
wed
Vom Berufsbildungs-Fonds profitieren Betriebe, die Lehrlinge ausbilden.

Vom Berufsbildungs-Fonds profitieren Betriebe, die Lehrlinge ausbilden.

Es steht schlecht um den Berufsbildungs-Fonds, sagt Juso-Präsident Fabian Molina: «Bis 2018 reduziert sich der Bestand des Fonds von 20 auf bis zu 2 Millionen Franken.» Gegründet wurde dieser 2010 mit dem Segen des Stimmvolks, um Lehrstellen zu fördern – finanziert von Unternehmen, die keine Lehrlinge beschäftigen. «Nach rund fünf Jahren hat sich gezeigt, dass ein erheblicher Bedarf für solche Mittel besteht und diese auch sehr sinnvoll eingesetzt worden sind», sagt Molina. So sei etwa die Schaffung einer Lehrstellenbörse finanziert worden.

Damit aber auch der Schutz für die Lehrlinge gewährleistet werden und man Kontrollen gegen Ausnützung schaffen kann, will Molina nun mit einer Einzelinitiative im Kantonsrat mehr Gelder eintreiben: «Der Höchstbetrag des Fonds soll von 20 auf 40 Millionen Franken erhöht werden und die Unternehmen sollen neu 2 Promille ihrer AHV-pflichtigen Lohnsumme einzahlen.» Bisher war es höchstens 1 Promille.

«Aufstockung in keiner Weise gerechtfertigt»

Thomas Hess, Geschäftsleiter des kantonalen Gewerbeverbands, reagiert verwundert über den Inhalt und den Zeitpunkt der Initiative: «Im Fonds sind genügend finanzielle Mittel vorhanden, um Betriebe, die Lernende ausbilden, zu unterstützen.» Eine Erhöhung der Beiträge sei in keiner Weise gerechtfertigt. «Speziell unter dem Gesichtspunkt, dass der Fonds in einer Zeit gegründet wurde, als es zu wenig Lehrstellen hatte», so Hess. Heute habe sich die Situation komplett geändert. «Es gibt mehr Ausbildungsplätze als Lernende.»

Dass sich die Lehrstellensituation im Kanton Zürich in den letzten Jahren verbessert hat, bestätigt auch Ruth Köfler, Leiterin der Geschäftsstelle des Berufsbildungs-Fonds: «Für viele Jugendliche ist es heute einfacher, eine Lehrstelle zu finden.» Doch die Situation könne sich wirtschaftsbedingt jederzeit wieder ändern. Dennoch sieht sie im Moment keinen Grund für eine Erhöhung des Fondsbeitrags, wie von Molina gefordert: «Der Fonds läuft gut.»

Die jährlichen Einnahmen betragen rund 17 Millionen Franken. Köfler: «Wir sollen ja nicht Geld horten, sondern Lehrbetriebe und Projekte unterstützen – und dafür reicht das Geld aus.»

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