Umstrittene Umfrage: Jusos laden Kriminologen Killias zum Kiffen ein
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Umstrittene UmfrageJusos laden Kriminologen Killias zum Kiffen ein

Eine Umfrage unter Aargauer Schülern hat gezeigt, dass es zwischen Kiffen und Gewalt einen Zusammenhang gibt. Jetzt verteidigen die Jusos den Cannabis-Konsum.

von
vro
Die Umfrage von Martin Killias sorgte auch in der Politik für einen Aufschrei.

Die Umfrage von Martin Killias sorgte auch in der Politik für einen Aufschrei.

Viele Leser haben gegen die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Drogenkonsum Einspruch erhoben. Gemäss diesen neigen Kiffer eher zur Gewalt als Rauschtrinker. Der Kriminologe hat für diese Schlussfolgerungen 555 Aargauer Schüler zum Thema Kriminalität befragt.

Nun wird Killias auch von politischer Seite kritisiert. Die Jusos richten in einem offenen Brief das Wort an den Kriminologen. Sie werfen Killias vor, die Stigmatisierung von Kiffenden zu unterstützen. Der Grund: Laut der Umfrage sind Cannabiskonsumenten auch stärker in den Drogenhandel verwickelt als Rauschtrinker. Für die Jusos ist es keine aussagekräftige Erkenntnis, dass «einer, der sich Gras beim Dealer kauft, eher in illegalen Drogenhandel verwickelt ist als einer, der sich betrinkt».

Legalisierung soll Schwarzmarkt verhindern

Zudem wirft die Jungpartei dem Kriminologen Einseitigkeit vor. Er könne keine Antwort auf die Frage geben, ob der Konsum von Cannabis zu Delinquenz führe oder ob Delinquenten eher zu Cannabis greifen. «Ich bezweifle, dass du aus diesem Ergebnis eine Aussage zu den Folgen des Cannabiskonsums machen kannst. Viel eher ist Cannabiskonsum selbst eine Folge von Jugendarbeitslosigkeit, Kriminalität oder auch einfach dem ganz unspektakulären Bedürfnis nach Entspannung», schreibt Vorstandsmitglied Jonas Hasenfratz im Brief.

Die Jusos sehen ihren Kampf für die Legalisierung von Cannabis bedroht. Denn der Konsum werde heute immer noch kriminalisiert, was bei Alkohol nicht der Fall sei. «Die Legalisierung ermöglicht eine verbesserte Präventionsarbeit bei Jugendlichen, etwas, das sicherlich auch im Sinne von Killias wäre», schreibt Mia Gujer, Präsidentin der Jusos Aargau. Somit könnten der Schwarzmarkt unterbunden und Jugendliche vor «unsauberem» oder «gestrecktem» Cannabis geschützt werden.

«Gerne können wir das bei einem Joint diskutieren»

Nun wollen die Jungpolitiker mit Killias das Gespräch suchen. Das Ganze natürlich im dazu passenden Rahmen, wie Hasenfratz im Brief an den Kriminologen schreibt: «Ich bin der festen Überzeugung, dass wir als Sozialdemokraten für die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene einstehen müssen. Gerne können wir das Ganze bei einem Joint nochmals diskutieren, ich lade dich herzlich dazu ein.»

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