Lukratives Konzert: Justin Bieber verdient in Zürich bis zu 1,5 Millionen
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Lukratives KonzertJustin Bieber verdient in Zürich bis zu 1,5 Millionen

Musiker verdienen mit Liveshows mittlerweile weit mehr Geld als mit Plattenverkäufen. So schenkt auch die aktuelle Tour von Justin Bieber für den Popstar ganz schön ein.

von
Schimun Krausz
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Wenn Justin Bieber auftritt, klotzen die Bühnenbildner, statt nur zu kleckern. Wie auf diesem Foto aus New York zu sehen ist, wird am 17. November sowohl auf der oberen als auch auf der unteren Plattform ordentlich die Post abgehen.

Wenn Justin Bieber auftritt, klotzen die Bühnenbildner, statt nur zu kleckern. Wie auf diesem Foto aus New York zu sehen ist, wird am 17. November sowohl auf der oberen als auch auf der unteren Plattform ordentlich die Post abgehen.

/Kevin Mazur
Dann tritt der 22-Jährige nämlich zum ersten Mal seit über drei Jahren wieder in der Schweiz auf, genauer im Zürcher Hallenstadion. Ob man dem Kanadier dort auch so nahe kommen wird wie die Fans hier in Los Angeles?

Dann tritt der 22-Jährige nämlich zum ersten Mal seit über drei Jahren wieder in der Schweiz auf, genauer im Zürcher Hallenstadion. Ob man dem Kanadier dort auch so nahe kommen wird wie die Fans hier in Los Angeles?

Jeff Kravitz
Neben Hits wie «Sorry» oder «Love Yourself» steht auch «T-Shirt ausziehen und die Früchte des Gym-Abos präsentieren» fix auf der Bieber'schen Setlist.

Neben Hits wie «Sorry» oder «Love Yourself» steht auch «T-Shirt ausziehen und die Früchte des Gym-Abos präsentieren» fix auf der Bieber'schen Setlist.

Jeff Kravitz

Schon aus Prinzip ist es unverschämt, wenn sich Justin Bieber an seinen ausverkauften Shows über seine schnatternden Fans aufregt – wegen ihnen ist er schliesslich seit Jahren ein Megastar. Seine jüngsten Bühnen-Schimpftiraden erscheinen aber noch dreister, wenn sie in Relation mit dem vielen Geld gesetzt werden, das der 22-Jährige mit jedem Konzert verdient.

Justin Bieber versucht, die Wogen zu glätten, die sich bei seinen jüngsten Mini-Ausrastern gebildet haben. (Quelle: Twitter/justinbieber)

Das Branchenportal «Billboard» trägt laufend die Live-Einnahmen der grossen Musikacts zusammen – darunter auch die von Biebers aktueller «Purpose»-Tour, die ihn bereits quer durch Nordamerika, nach Asien und schon in Teile Europas geführt hat.

Knapp 150 Millionen für 106 Shows

Bislang hat der Kanadier auf dieser Tournee 106 Konzerte gespielt, von 96 sind die Einnahmen aufgelistet (bei Festival-Gigs lassen sich nicht einfach die Ticketpreise mit der Anzahl Besucher multiplizieren – die Leute kommen dann nicht nur wegen Bieber). Und diese lesen sich ganz schön beeindruckend.

Es scheint, als würde Bieber dann und wann den Boden unter den Füssen verlieren. (Quelle: Youtube/all around the web)

Seit dem Tourstart am 9. März hat der «Sorry»-Sänger an durchweg ausverkauften Shows vor über 1,5 Millionen Fans gespielt und dabei gemäss «Billboard» rund 140 Millionen Franken umgesetzt. Posten wie die Venue-Miete, die Transportkosten oder die Unterkunft sind davon zwar noch nicht abgezogen, trotzdem kann gesagt werden, dass die «Purpose»-Tour ordentlich einschenkt.

Wie viel verdient Bieber in Zürich?

Wie hoch der Pegel im Bieber'schen Geldspeicher steigt, wenn die Einnahmen der einzigen und seit langem ausverkauften Schweizer Show am Donnerstag, 17. November, im Zürcher Hallenstadion ausgezählt sind? Veranstalter abc Production nennt zwar keine konkreten Zahlen, 20 Minuten hat aber beim Hallenstadion nachgefragt und weiss, dass bei Konzerten 6500 Sitz- und 6500 Stehplatz-Tickets verkauft werden. Eine Sitzplatz-Karte für Justin Bieber kostet 115 Franken, was Bruttoeinnahmen von 747'500 Franken bedeutet.

Bei den Stehplätzen gibt es zwei Kategorien: Die normale für 99 Franken pro Ticket und den Pit (auch Golden Circle genannt), wo man ganz nah an der Bühne steht und dafür 190 Franken pro Eintritt berappt. Wie viele Pit-Karten bei Bieber rausgegangen sind, dürfe der Veranstalter gemäss Vertrag mit dem Künstler-Management nicht kommunizieren, aber wenn man von 500 ausgeht, dann schlagen diese mit 95'000 Franken zu Buche, die restlichen Stehplätze spülen 594'000 Franken ein.

Ein ziemlich guter Lohn

Zusammengerechnet betragen die Bruttoeinnahmen knapp 1,5 Millionen Franken. Dass diese Hochrechnung nicht weit von der Wahrheit entfernt sein dürfte, zeigen die Zahlen von anderen Shows auf der «Purpose»-Tour mit einer ähnlichen Kapazität wie das Hallenstadion: Beim Auftakt in Seattle kamen 1,3 Millionen rein, in Las Vegas 1,4 Millionen, in Atlantic City 1,2 Millionen.

Sollten Sie am Donnerstag also an Biebers Zürich-Auftritt sein und er echauffiert sich über den Lärm im Saal, dann rufen Sie ihm entgegen, dass er für seine gut 90 Minuten auf der Bühne eineinhalb Millionen kassiert und bei so viel Lohn gefälligst ein bisschen Fan-Gelaber über sich zu ergehen lassen hat.

Ein Ausschnitt von Justin Biebers Konzert in Köln Mitte September. (Quelle: Youtube/Christoph Schulze Isfort)

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