Star Style: Justin my Love
Aktualisiert

Star StyleJustin my Love

Friday-Autorin Roberta Fischli ist Justin Bieber verfallen. Dabei ist sie schon 20.

Da kratzt nichts, gar nichts: Aber Justin behauptet steif und fest, schon einen Rasierapparat zu brauchen.

Da kratzt nichts, gar nichts: Aber Justin behauptet steif und fest, schon einen Rasierapparat zu brauchen.

Eigentlich bin ich zu cool für Justin Bieber. Seine Haare! Sein Geschmack! Seine Nagellack-Kollek­tion! Justins Songs waren von so durchschnittlicher Quali­tät, dass sie im Radio untergingen. Mich nervte das «Baby» in jedem seiner Lieder. Kennt der denn nichts anderes? Honey, Shortie, Cookie, Daisy? Und muss man mit 17 Jahren seine Autobiografie schreiben?

Dann wurde ich zur Premiere von Justins Konzertfilm «Never Say Never» eingeladen. Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als zwei Stunden lang einem pubertierenden Schnösel auf einer Bühne zuzuschauen. Aber ich leide gern. Also ging ich hin.

Ich sah Justin Bieber, und ich sah ihn anders. Durch die 3D-Brille sah ich einen Jungen, auf den die Welt nicht gewartet hatte, aber den sie jetzt nicht mehr gehen lassen will. Im Gegensatz zu anderen Jungstars wie Miley Cyrus hat ihn das nicht die Jugend und den Leichtsinn gekostet. Jedenfalls bis jetzt nicht. Er sieht noch immer nicht ein, dass er gegen seinen Bodyguard nur verlieren kann. Deshalb landet er nach kurzem Gerangel jeweils auf dessen Schultern. Justin brachte mich zum Lachen. Er fragt immer wieder nach einem Rasierapparat und hält eisern daran fest, dass er einen braucht. Obwohl ihm das noch immer niemand glaubt. Und wenn Justin neben seinem Mentor Usher steht, strahlt er ihn an wie ein Fan sein Idol. Justin schweigt selten. Aber wenn er es tut, schweigt ein ganzes Stadion mit ihm.

Er ist besessen

Justin hat mich beeindruckt. Er ist Performer von Geburt an. «Ich bin anders, ich bin besessen. Ich sitze nie still.» Er tanzt im Wohnzimmer, an Festen, auf dem Baseballplatz. Er bringt sich Trompete, Gitarre, Schlagzeug und Klavier bei, als die Instrumente noch grös­ser sind als er selbst. Er ist Linkshänder und ausnahmslos gut in jeder Sportart, die er ausprobiert. «Hätte Justin nicht so viel Sport gemacht – er hätte uns in den Wahnsinn getrieben», sagt sein Gross­vater Bruce. Die Grossmutter sagt: «Das hat er auch so geschafft.»

Justin hat mich zu Tränen gerührt, mehrmals sogar. Wie er seine Mutter vergöttert, wie er seinen Bodyguard bewundert und des­sen Kleidungsstil imitiert, wie er seine Fans ernst nimmt. Trotz überreizten Stimmbändern will er kein Konzert absagen, denn «all die Leute, die sind wegen mir da, die will ich nicht enttäuschen». Und wenn er von Fans spricht, redet er nicht von ein paar Hardcore-Groupies – es geht bei jedem Konzert um Zehntausende. «Es gibt nur gute und schlechte Entscheidungen, und die kann man immer treffen», sagt er.

Definitiv sexy

Wenn er sich nach einem normalen Leben sehnt, nach gemütlichen Film­abenden statt Gesangsproben, sagt ihm seine Stimmtrainerin: «Das ist jetzt dein normales Leben.» Nörgelt er, fragt sie: «Ziehen wir noch am selben Strick?» Dann hellt sich sein Gesicht auf, und er umarmt sie.

Justin Bieber brachte mich dazu, ihn zu bewundern. Die neue Frisur gefällt mir! Die Nagellacke sind gar nicht so übel! Sein Buch macht ihn unsterblich! Er lässt sich nicht unterkriegen, er geht seinen Weg immer weiter. Das mag auch daran liegen, dass er nicht stillsitzen kann. Er weiss, dass er nicht verlieren kann. Deshalb bleibt er dran, bis er gewonnen hat. Seit Kurzem klingt seine Stimme tiefer. Das macht ihn definitiv sexy. Ich gebe mich geschlagen.

Justin auf Bühne und Leinwand

Sein Konzert am 8. April im Zürcher Hallenstadion ist leider schon ausverkauft. Dafür läuft der Dokumentarfilm «Never Say Never» über Justins Konzerttournee immer noch im Kino.

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