Vasella-Gate: Justiz ermittelt gegen Vasella wegen Abfindung
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Vasella-GateJustiz ermittelt gegen Vasella wegen Abfindung

Verdacht auf ungetreue Geschäftsführung: Die Basler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die «Verantwortlichen bei Novartis».

von
whr
Jetzt interessiert sich auch die Justiz für die Affäre um die 72-Millionen-Abfindung für Daniel Vasella.

Jetzt interessiert sich auch die Justiz für die Affäre um die 72-Millionen-Abfindung für Daniel Vasella.

Das Debakel um die 72-Millionen-Abfindung für Ex-Novartis-Chef Daniel Vasella ist weder für ihn noch für den Pharmamulti ausgestanden. Die Abteilung für Wirtschaftsdelikte ermittle gegen «die Verantwortlichen der Novartis», sagte Peter Gill, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft, der «Handelszeitung». Es seien zwei anonyme Strafanzeigen und eine des Zürcher Rechtsanwalts Hans-Jacob Heitz eingegangen.

Konkrete Namen von Personen, die ins Visier der Ermittler geraten sind, wollte Gill keine nennen. Auf Seiten der Justiz sei der Fall Chefsache, es werde auf «höchster Ebene ermittelt».

Auszug aus der Schweiz

Den Rücktritt von Daniel Vasella gab Novartis am 23. Januar bei der Publikation der Jahresergebnisse bekannt. Bereits damals gab es Gerüchte um mögliche Zahlungen in Zusammenhang mit einem Konkurrenzverbot und weiteren Auflagen. Daniel Vasella bestätigte die Zahl von 72 Mio. Franken dann Mitte Februar selbst in einem Interview mit der «Tagesschau» von SRF 1.

Dass er nicht vorgehabt hatte, die Summe selbst zu kassieren, sondern zu spenden, machte in der öffentlichen Wahrnehmung keinen Unterschied. Auch dass die Vereinbarung nach dem Sturm der Entrüstung aufgelöst wurde, vermochte Kritiker nicht zu besänftigen.

Am Wochende wurde bekannt, dass Vasella die Schweiz verlässt. Er hatte sich bereits im Januar bei seinem Wohnort, der Zuger Gemeinde Risch, abgemeldet. Er will sich offenbar in den USA niederlassen.

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