Aktualisiert 18.02.2011 14:27

Frankreich - RusslandJustiz nimmt Beresowski zwei Jachten ab

Französische Richter haben an der Côte d'Azur in Anwesenheit von Vertretern Russlands zwei Jachten des Milliardärs Boris Beresowski beschlagnahmt. Eine davon ist 49 Meter lang.

Frankreich sei mit der Beschlagnahmung von Beresowskis Jachten einem Rechtshilfegesuch der russischen Justiz nachgekommen, teilte der Staatsanwalt der südfranzösischen Stadt Grasse, Jean-Michel Cailleau, am Freitag mit. Nach seinen Angaben ermittelt die russische Staatsanwaltschaft gegen Beresowski, einen erbitterten Gegner des früheren Präsidenten und heutigen Regierungschefs Wladimir Putin, wegen Betrugs, Geldwäsche, Unterschlagung und Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Die beiden Jachten wurden am Donnerstag in Anwesenheit zweier russischer Richter beschlagnahmt. Die russische Staatsanwaltschaft bezifferte den Wert auf 20 Millionen Dollar. Auf den Jachten, von denen eine 49 Meter lang ist, sollen auch Gemälde gewesen sein.

Beresowski sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, er besitze keine Jacht an der Côte d'Azur. Der französischen Justiz zufolge könnten die Schiffe formell einer der Tarnfirmen des Milliardärs gehören.

Tiefer Sturz des Oligarchen

Der 65 Jahre alte Geschäftsmann Beresowski war in den 1990er Jahren während der umstrittenen Privatisierungen unter dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin zu seinem Vermögen gekommen. Beresowski galt unter Jelzin als graue Eminenz des Kreml, nach dem Amtsantritt Putins fiel er in Ungnade.

2003 erhielt er in Grossbritannien politisches Asyl. Die russische Justiz hatte mehrfach vergeblich die Auslieferung des Milliardärs beantragt. Sie ermittelt gegen ihn unter anderem wegen Veruntreuung.

Im vergangenen September kündigte die Staatsanwaltschaft in Moskau an, sie wolle im Ausland Güter des Geschäftsmannes im Wert von insgesamt 358 Millionen Euro beschlagnahmen lassen. (sda)

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