Aktualisiert 30.01.2020 12:43

Jacqueline FehrJustizdirektorin tobt, weil ihr Velo abgeschleppt wird

Weil ihr Velo abgeschleppt wurde, schrieb Justizministerin Jacqueline Fehr ein scharfes Mail an zwei Kollegen in der Politik. Dabei vergriff sie sich im Ton.

von
viv
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Wie gewohnt stellte die Zürcher Justizministerin Jacqueline Fehr (SP) am 25. November am Hauptbahnhof Winterthur ihr Velo ab.

Wie gewohnt stellte die Zürcher Justizministerin Jacqueline Fehr (SP) am 25. November am Hauptbahnhof Winterthur ihr Velo ab.

Screenshot/Google Maps
Als sie in der Nacht wieder am Bahnhof eintraf, war dieses abgeschleppt, da sie es etwas ausserhalb der Markierung abgestellt hatte.

Als sie in der Nacht wieder am Bahnhof eintraf, war dieses abgeschleppt, da sie es etwas ausserhalb der Markierung abgestellt hatte.

Screenshot/Google Maps
In der Folge schrieb die Politikerin ein scharfes Mail an die Bauvorsteherin und SP-Parteikollegin Christa Meier sowie die Polizeivorsteherin Barbara Günthard (FDP).

In der Folge schrieb die Politikerin ein scharfes Mail an die Bauvorsteherin und SP-Parteikollegin Christa Meier sowie die Polizeivorsteherin Barbara Günthard (FDP).

Keystone/Keystone/Anthony Anex

Es war bereits Nacht, als die Zürcher Justizministerin Jacqueline Fehr (SP) am 25. November am Hauptbahnhof Winterthur eintraf. Wie gewohnt wollte sie in der Folge mit ihrem Velo nach Hause fahren. Doch dieses war nicht mehr an dem zurückgelassenen Ort – es war abgeschleppt worden. Das passte der Politikerin ganz und gar nicht: «Wenn man um 23 Uhr nach Hause kommt und um 6 Uhr wieder los muss, und das Velo ist weg, dann kann man schon wütend werden. Und dass ich leidenschaftlich verärgert sein kann, gehört zu meinem Charakter», sagt Fehr gegenüber dem «Landboten».

Sie habe das Velo am Morgen wie viele andere ein wenig ausserhalb der Markierung abgestellt, da es wegen einer Baustelle in der Rudolfstrasse nicht genügend Ständer gegeben habe. Am gleichen Tag sammelte die Polizei die illegal parkierten Velos ein. In der Folge setzte sich die Justizministerin verärgert an ihren Computer und schrieb der Winterthurer Bauvorsteherin und SP-Parteikollegin Christa Meier sowie der Polizeivorsteherin Barbara Günthard (FDP) ein zorniges Mail.

Fehr entschuldigt sich

Sie wollte sich gezielt als Privatperson beschweren, weshalb sie auch von ihrer privaten Mailadresse aus schrieb. Im Ton vergriff sich Fehr aber – mit dem Resultat, dass die Beschwerde im Stadtrat und darüber hinaus bald die Runde machte. Nach zwei Tagen habe sie sich bei den beiden Stadträtinnen entschuldigt. Diese bestätigen, dass die Angelegenheit geklärt und beigelegt sei.

Für Fehr ist die Sache unglücklich gelaufen. Im Nachhinein kann sie ihr aber trotzdem etwas Positives abgewinnen: Sie habe wieder einmal gemerkt, wie es sich als Bürgerin anfühle, wenn einen die Behörden massregelten. «In meiner Funktion ist es gut, diese Erfahrung zu machen», erklärt sie. Zudem trägt ihre Kritik offenbar Früchte: Als kürzlich an der Stadthausstrasse Veloparkplätze für eine temporäre Baustelle aufgehoben wurden, habe die Stadt ebendies weit im Voraus und sehr sichtbar kommuniziert, so konnten sich die Velopendler darauf einstellen.

Bauvorsteherin Christa Meier sagt gegenüber dem «Landboten», dass man Fehrs Beschwerde genauso wie jede andere Bürgerbeschwerde ernst genommen habe. Besonders für die Rudolfstrasse habe man allerdings ein gutes Kommunikationskonzept: Mit einer eigenen Website, einer Info-Veranstaltung, einer Medienmitteilung und Hinweisschildern sei auf den Bauschritt aufmerksam gemacht worden. Die Schilder könne man auf dem Weg zur Arbeit aber auch einmal übersehen, so Meier.

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