Aktualisiert 12.06.2019 14:10

Callmetoplay.chJustizministerium verteidigt Sexportal

Der Bund hat mit 350'000 Franken ein Sexportal mitfinanziert. Das passt nicht allen. Das Justizministerium versteht die Kritik, verteidigt aber das Vorgehen.

von
mat
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Auf Callmetoplay.ch können Sexarbeitende ihre Dienste anbieten.

Auf Callmetoplay.ch können Sexarbeitende ihre Dienste anbieten.

Screenshot: Callmetoplay.ch
Prostituierte laden ihre Inserate mit persönlichen Angaben und den angebotenen Diensten hoch.

Prostituierte laden ihre Inserate mit persönlichen Angaben und den angebotenen Diensten hoch.

Screenshot: Callmetoplay.ch
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Polizei (Fedpo)l haben das Portal mitfinanziert – mit beinahe 350'000 Franken.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Polizei (Fedpo)l haben das Portal mitfinanziert – mit beinahe 350'000 Franken.

Keystone/Anthony Anex

Callmetoplay.ch ist eine Website, auf der Prostituierte ihre Dienste anbieten können. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Polizei (Fedpol) haben das Portal mitfinanziert. Insgesamt hat der Bund fast 350'000 Franken an die Organisation Aspasie bezahlt, die sich für die Rechte von Prostituierten in der Romandie einsetzt und die Website betreut.

Das stösst vielen sauer auf. Wie Nau.ch berichtet, ärgert sich auch EVP-Präsidentin Marianne Streiff-Feller über das Sexportal Callmetoplay: «Aus einer breiten Palette von Praktiken können Personen auswählen, welche Dienste sie den Freiern anbieten. So bieten sie zum Beispiel Praktiken an, bei denen Ejakulat, Speichel, Kot und Urin ungeschützt ausgetauscht werden.»

Prävention von HIV

In seiner Antwort verteidigt das Justizministerium um Karin Keller-Sutter die Unterstützung des Sexportals. Callmetoplay.ch verfolge das Ziel, «die Sexarbeitenden für die Gefährdung durch Straftaten zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich untereinander austauschen zu können». Es gehe primär um die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bei Prostituierten.

Doch verstehe man auch, dass man die finanziellen Beiträge des Bundes hinterfrage: «Der Bundesrat hat Verständnis für die kritische Haltung der Interpellantin.» Doch hält das Schreiben fest, dass das Fedpol und das BAG den Nutzen der Seite konstant überwachen. Ersteres verfolgt mit seiner Unterstützung das Ziel der Kriminalprävention, Letzteres will eine Eindämmung der Krankheitsübertragung bezwecken.

Beides scheint zurzeit gewährleitstet zu sein: «Der Bundesrat sieht keinen Anlass, die Prozesse und Zuständigkeiten zu ändern», schreibt das Ministerium von Keller-Sutter.

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