Interview: K-OS: «Ich wollte es allen beweisen»
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InterviewK-OS: «Ich wollte es allen beweisen»

Er macht Hip-Hop-Songs, die zum Mitsingen einladen: Der kanadische Rapper K-OS legt mit «Joyful Rebellion» einen grossartigen Zweitling vor.

Ein Rapper mit akustischer Gitarre und Mut, zu singen, das erinnert an Wyclef von den Fugees. Hat er dich beeinflusst?

K-OS: Ja, er hat mir den Weg vorgezeigt. Wyclef war der Erste, den ich gleichzeitig rappen und Gitarre spielen sah. Da wusste ich: Das muss ich auch machen.

Vor zwei Jahren hast du mit «Exit» dein Debüt vorgelegt. Die Lieder klangen damals noch ziemlich unfertig.

K-OS: O ja, das geschah mit Absicht! Ich wollte damals um keinen Preis einfach normalen Hip-Hop machen. Es ging vor allem darum, dass man den Sound nicht in eine Schublade stecken kann. Deshalb tönt alles ein bisschen obskur.

Die Musik auf dem zweiten Album kann man zwar in Kategorien einteilen, aber auch noch nur Song für Song.

K-OS: Exakt. Auf «Joyful Rebellion» springe ich von Stil zu Stil und zeige meinen schizophrenen Musikgeschmack. Aber wenn ich mich für einen Stil entschieden habe, dann ist er sehr klar definiert. Ob das jetzt Ska, Rock oder Reggae ist.

Und weshalb dieser Sinneswandel?

K-OS: Ich wollte Songs schreiben, die sich als Klassiker etablieren. So wie es De la Soul oder A Tribe Called Quest geschafft haben. Mein erstes Album wurde als Ansammlung von funkigen, schmackhaften Häppchen wahrgenommen. Man fand den Sound «frisch» oder «ganz nett». Diesmal wollte ich es allen beweisen und Lieder schreiben, von denen Paul McCartney sagen würde: Verdammt, sind die gut.

Interview: Adrian Schräder

Das Album «Joyful Rebellion» (Virgin/EMI) von K-OS ist am Montag erschienen.

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