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Lob von AnonymousK-Pop-Fans fluten rassistische Hashtags mit Videos

Um sich für die US-Proteste gegen rassistische Polizeigewalt starkzumachen, spammen K-Pop-Anhänger gerade Hashtags wie #WhiteLivesMatter mit Bildern und Videos ihrer Lieblingsstars voll.

von
Stephanie Vinzens
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Das Image von K-Pop-Stars wird meist penibel behütet. Dass sie sich politisch äussern, kommt unter anderem aus Angst vor Gegenwind demnach höchst selten vor. Angesichts der US-Proteste nach dem Mord an George Floyd machen sich nun einige dennoch stark für die «Black Lives Matter»-Bewegung. So etwa die international wohl erfolgreichste Boyband aus Südkorea: BTS.

Das Image von K-Pop-Stars wird meist penibel behütet. Dass sie sich politisch äussern, kommt unter anderem aus Angst vor Gegenwind demnach höchst selten vor. Angesichts der US-Proteste nach dem Mord an George Floyd machen sich nun einige dennoch stark für die «Black Lives Matter»-Bewegung. So etwa die international wohl erfolgreichste Boyband aus Südkorea: BTS.

Foto: Twitter/BTS_twt
Auf ihrem offiziellen Twitter-Account schreiben sie: «Wir stehen gegen Rassendiskriminierung. Wir verurteilen Gewalt. Du, ich und wir alle haben das Recht, respektiert zu werden. Wir werden zusammenhalten.»

Auf ihrem offiziellen Twitter-Account schreiben sie: «Wir stehen gegen Rassendiskriminierung. Wir verurteilen Gewalt. Du, ich und wir alle haben das Recht, respektiert zu werden. Wir werden zusammenhalten.»

Instagram/bts.bighitofficial
Die südkoreanische Sängerin Hwasa (24) von der Girlband Mamamoo tanzt gerne mal aus der K-Pop-Reihe, indem sie etwa keinen BH trägt oder ihre Kurven zur Schau stellt. Sie machte beim Blackout Tuesday mit und schrieb auf Instagram unter der schwarzen Kachel: «Ja, wir sind ein und dasselbe.»

Die südkoreanische Sängerin Hwasa (24) von der Girlband Mamamoo tanzt gerne mal aus der K-Pop-Reihe, indem sie etwa keinen BH trägt oder ihre Kurven zur Schau stellt. Sie machte beim Blackout Tuesday mit und schrieb auf Instagram unter der schwarzen Kachel: «Ja, wir sind ein und dasselbe.»

Instagram/_mariahwasa

Darum gehts

  • Rechtsextreme Bewegungen haben Hashtags wie #WhiteLivesMatter in Umlauf gebracht.
  • K-Pop-Fans haben diese daraufhin mit Bildern und Auftritten ihrer Lieblingsgruppen überflutet, um rassistische Inhalte zu verdrängen.
  • Dafür erhalten sie nun Lob – auch vom Hackerkollektiv Anonymous.
  • Anfang Woche haben Fans zudem mit K-Pop-Videos eine Polizei-App zum Absturz gebracht.

K-Pop-Fans geniessen auf Twitter nicht gerade den besten Ruf. So sind sie etwa bekannt dafür, jegliche Kommentarspalten mit Bildern und Videos von ihren Lieblingsgruppen zu überfluten. Genau damit machen sich die gut organisierten Fangemeinden aber nun bei Unterstützerinnen und Unterstützern der US-Proteste beliebt.

Mit ihrer Spam-Technik ist es ihnen nämlich gelungen, Hashtags zu neutralisieren, die zurzeit in rechtsextremen Kreisen genutzt werden. Wer nun beispielsweise unter #WhiteLivesMatter oder #WhiteOutWednesday rassistische Inhalte aufsucht, wird stattdessen auf einen Schwall an Memes und Liveauftritten diverser K-Pop-Gruppen stossen.

Besonders aktiv sind die Fans der Gruppen BTS, Exo, Blackpink, Got7, NCT, Twice und Red Velvet. Auf diesem Meme etwa hält BTS-Rapper RM ein Gehirn hoch: «Benutze es, Bruder», steht geschrieben.

«Hallo rassistische Idioten», twittert diese Person und postet dazu einen Liveauftritt der Boyband Exo und ihrem grossen Hit «Loveshot».

Besonders beliebte Spam-Videos sind in Anspielung auf das «White» in den Hashtags auch Auftritte in weissen Outfits. Hier tanzt BTS-Sänger Jimin zu einer Instrumental-Version ihres Songs «I Need You».

Eine weitere Performance ganz in Weiss: Blackpink performen ihren Song «Don’t Know What to Do». Im Tweet steht: «Es ist mutig von euch Rassisten, zu denken, dass dieser Hashtag nicht von K-Pop-Stans übernommen wird.»

Die Fans werden von Anonymous gelobt

Für ihre erfolgreiche Spam-Aktion kriegen die K-Pop-Stans von anderen Userinnen und Usern auf Twitter ordentlich Lob. Sogar das Hackerkollektiv Anonymous meldete sich zu Wort und twitterte: «Respekt für die K-Pop-Stans». In einem weiteren Tweet schreibt ein User: «Ich mag K-Pop oder die Fans davon nicht wirklich, aber zu sehen, wie sie den Hashtag #WhiteLivesMatter zerstören, ist übertrieben lustig.»

So sehen laut diesem Tweet Rassisten aus, wenn sie den K-Pop-Content unter ihrem Hashtag auffinden.

Zuvor haben sie eine Polizei-App zum Absturz gebracht

Das Überfluten der Hashtags ist nicht die erste Aktion der K-Pop-Anhänger, um die «Black Lives Matter»-Bewegung zu unterstützen. So brachten sie diese Woche etwa eine Polizei-App zur Überlastung. Vergangenes Wochenende hat die Polizei von Dallas im US-Bundesstaat Texas Leute auf Twitter dazu aufgerufen, über eine App anonym Videos von illegalen Aktivitäten an Protesten einzusenden.

Die Fandoms mobilisierten sich daraufhin und überfluteten die App mit K-Pop-Liveauftritten. Die Aktion zeigte Wirkung. Einen Tag später verkündete die Polizei in einem Tweet, dass die App aufgrund technischer Schwierigkeiten vorübergehend nicht verfügbar sein wird.

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29 Kommentare
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Swiss first, meine ich

12.06.2020, 13:32

Überall jammern die Künstler, dass sie Brotlos geworden sind und kurz vor der Sozialhilfe stehen, und wir sollen jetzt irgendwelche fremde Teenager-Bands aus Korea einfliegen. Das finde ich nicht richtig. Hopp Luca, hopp Schwiz.

Jooniebae

05.06.2020, 23:01

Danke Army 💜💜💜💜

Nick

05.06.2020, 22:51

Aha, wieder was gelernt: BLM = Gut, WLM = Böse. Was ist mit ALM? Vermutlich davon abhängig wer es sagt.