Unwetter-Warnung: Kachelmann greift MeteoSchweiz an
Aktualisiert

Unwetter-WarnungKachelmann greift MeteoSchweiz an

Am Freitag gab MeteoSchweiz zusammen mit dem Bund eine Unwetterwarnung der Stufe 4 heraus - zum ersten Mal überhaupt. Der grosse Sturm blieb aber aus. Meteorologe Jörg Kachelmann spricht von einer «grotesken Fehlleistung» - und nicht nur er.

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hag/meg
Wetterexperte Jörg Kachelmann kritisiert das Vorgehen von Meteoschweiz scharf. Die Unwetterwarnung am Freitag sei eine Fehlleistung gewesen.

Wetterexperte Jörg Kachelmann kritisiert das Vorgehen von Meteoschweiz scharf. Die Unwetterwarnung am Freitag sei eine Fehlleistung gewesen.

Wetterexperte Jörg Kachelmann hält die Unwetterwarnung von MeteoSchweiz vom Freitag für Unsinn. «Diese Wetterprognose war eine groteske Fehlleistung», sagt Kachelmann gegenüber der SonntagsZeitung. Der Wetterdienst des Bundes gab am Freitag erstmals eine Unwetterwarnung heraus, die über Fernsehen und Radio verbreitet werden muss. Zwar kam der Schnee, der grosse Sturm blieb aber aus.

Kachelmann wettert: «Meteo Schweiz hat die Wetterlage von Grund auf nicht verstanden.» Zudem seien weniger die Gewitter, sondern allenfalls die Druckwelle und die damit verbundenen Winde nach Zusammenbruch des Föhns Grund für eine Warnung gewesen. Laut Kachelmann war die Gefahrenkarte von MeteoSchweiz zu undifferenziert.

MeteoNews-Chef wettert

Unterstützung erhält Kachelmann vom Gründer und CEO von MeteoNews, Peter Wick. «Es scheint, dass sich MeteoSchweiz eine Übung auf Kosten und auf den Schultern der Bevölkerung erlaubt hat», sagt der Chef von MeteoNews im «SonntagsBlick».

Auch Wick hat die Situation am Freitag anders eingeschätzt und eine Warnung auf Stufe 3 herausgegeben. Seit diesem Frühling sind die Meteorologen allerdings dazu verpflichtet, Warnungen des Bundes ab Stärke 4 zu senden. «Ich Sachen Warnungen hat das System von MeteoSchweiz versagt», so Wick.

Eine Sprecherin von MeteoSchweiz entgegnet: «Das neue Warnsystem und die Zusammenarbeit mit Radio und Fernsehen haben gut funktioniert.» Man müsse allenfalls die Kommunikation verbessern, damit keine Panik in der Bevölkerung entstehe.

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