Aktualisiert 09.10.2012 09:46

Neues BuchKachelmann rechnet mit der Justiz ab

Die Staatsanwaltschaft und das Gericht hätten versucht, aus dem Schweizer Wettermoderator ein Monster zu machen. Dabei seien Verleumdungen eine «beliebte und effektive Waffe» der Frauen geworden.

«Die Staatsanwaltschaft und das Gericht haben mit Hilfe meines Vorlebens versucht, ein Monster aus mir zu machen»: Wettermoderator Jörg Kachelmann vor der Urteilsverkündung am 31. Mai 2011 im Landgericht in Mannheim.

«Die Staatsanwaltschaft und das Gericht haben mit Hilfe meines Vorlebens versucht, ein Monster aus mir zu machen»: Wettermoderator Jörg Kachelmann vor der Urteilsverkündung am 31. Mai 2011 im Landgericht in Mannheim.

Knapp anderthalb Jahre nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung rechnet der Schweizer Wettermoderator Jörg Kachelmann mit der Justiz ab.

Die Mannheimer Staatsanwaltschaft habe «gemeinsam mit dem Gericht versucht, mit Hilfe meines 'Vorlebens' ein Monster aus mir zu machen», sagte Kachelmann in einem am Sonntag vorab veröffentlichten «Spiegel»-Interview. Er sei aber «nie gewalttätig» gewesen und habe erst recht nie jemanden vergewaltigt.

Ende Mai 2011 war Kachelmann in einem der spektakulärsten Prozesse der vergangenen Jahre freigesprochen worden. Es gebe keine «tragfähigen Beweise», dass Kachelmann im Februar 2010 seine Ex-Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt habe, hiess es damals in der Urteilsbegründung.

Verleumdung als effektive Waffe

Gemeinsam mit seiner jetzigen Frau Miriam hat Kachelmann ein Buch mit dem Titel «Recht und Gerechtigkeit» geschrieben; es soll diese Woche erscheinen. «Im Bereich Missbrauch und Vergewaltigung sind Falschbeschuldigungen ein Massenphänomen geworden», sagte Kachelmann.

Er wolle «wirklich, dass jeder Vergewaltiger hinter Gitter kommt». Aber für Frauen seien Verleumdungen heute «eine beliebte und effektive Waffe geworden».

(sda)

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