Aktualisiert 09.12.2011 19:34

Gerichtsprozess sistiert

Kachelmann und der «Putschist» einigen sich

Jörg Kachelmann fordert knapp eine Million Franken von der Firma des Ex-Verwaltungsrates Frank B. Werner. Nun wurde der Prozess sistiert. Man will aussergerichtlich übereinkommen.

von
amc

Jörg Kachelmann ist zurück in der Öffentlichkeit. Erst vergangene Woche warb er im TV für einen Schweizer Skiort. Der Vergewaltigungs-Prozess scheint nach seinem Freispruch im Mai so weit weg, als ob er gar nie stattgefunden hätte. Die Nachwehen im Zusammenhang mit der Anklage sind allerdings noch lange nicht ausgestanden: Die Jörg Kachelmann Produktions AG (JKP) – deren Verwaltungsratspräsident Jörg Kachelmann ist – fordert «951 076. 35 Franken zuzüglich Zinsen» von der Rotbach Beteiligungs AG. Die beklagte Firma soll diese Summe der JKP «aus Darlehen» schulden.

Verwaltungsratspräsident der Rotbach Beteiligungs AG (RBA) ist niemand anderer als Frank B. Werner. Werner war bis August 2010 Verwaltungsrats-Mitglied der JKP sowie Kachelmanns Wetterunternehmen Meteomedia. Sein Abgang damals fand nicht ganz freiwillig statt: Wie es im Buch «Die Akte Kachelmann» heisst, kam es zwischen den beiden langjährigen Weggefährten während Kachelmanns Gefängnisaufenthalt (vom 20. März bis 29. Juli 2010) zum Eklat. «Jörg Kachelmann hatte sich geweigert, an den Sofortmassnahmen mitzuwirken, welche die Meteomedia-Spitze ohne ihn ausdiskutiert hatte», heisst es im Buch. Die Führungsriege um Werner wollte die Meteomedia angesichts der schweren Vorwürfe gegen Kachelmann «wetterfest» aufstellen und schlug ihm die «Aufhebung des Dienstverhältnisses» vor.

Die Forderung stammt aus Entflechtung der Beteiligungen

Der Wettermoderator sah im Vorgehen von Werner offensichtlich einen Angriff auf sein Lebenswerk. Es folgte eine Auseinandersetzung «mit Intrigen und Machtspielchen», wie es in die «Akte Kachelmann» heisst. Der Spiegel schrieb damals, dass «Putschist» Werner versucht hätte Kachelmann «aus dem Eigentümerkreis zu drängen». Die Sache spitzte sich in der Folge immer mehr zu, bis Frank B. Werner letztlich am 24. August 2010 von seinen Mandaten bei der JKP und Meteomedia zurücktrat. Es folgte eine Entflechtung der verschiedenen Beteiligungen von Werner an den Unternehmen und den Firmen über welche Werner an der JKP und Meteomedia beteiligt war.

Aus dieser Entflechtung der komplizierten Besitzverhältnisse soll die Forderung von «951 076.35 zuzüglich Zinsen» stammen, wie Frank B. Werner gegenüber 20 Minuten Online sagt. Die Rotbach Beteiligungs AG betrachten den Betrag als nicht geschuldet und fordert gemäss Kantonsgericht «die vollumfängliche Abweisung» der Klage. Zum Streit vor Gericht wird es allerdings nun nicht kommen. Gericht und Werner bestätigen, dass das Verfahren sistiert wurde. Die JKP strebe eine «aussergerichtliche Einigung» an.

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