Rheinwald GR: Kadaver wird für Wolf zur Falle
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Rheinwald GRKadaver wird für Wolf zur Falle

Die Wildhut des Kantons Graubünden konnte am Samstag bei Hinterrhein im Rheinwald einen Wolf des Beverinrudels besendern. Das Tier konnte in Siedlungsnähe betäubt und mit einem GPS-Halsband versehen werden.

von
Tabea Waser
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Das Wolfsrudel Beverin gilt als Problem-Rudel.

Das Wolfsrudel Beverin gilt als Problem-Rudel.

Amt für Jagd und Fischerei GR
Ein Wolf des Rudels hat auf der Alp Nera Mitte August2020 ein Kalb aus einer Mutterkuhherde gerissen.

Ein Wolf des Rudels hat auf der Alp Nera Mitte August2020 ein Kalb aus einer Mutterkuhherde gerissen.

Bündner Bauernverband
Ebenso wurde vom Rudel ein Esel gerissen.

Ebenso wurde vom Rudel ein Esel gerissen.

Darum gehts

  • Die Wildhut konnte einen Wolf des Beverinrudels mit GPS-Halsband ausstatten.

  • Dazu wurde das Tier betäubt.

  • Es soll nun Daten liefern, um mehr Informationen über das Raumverhalten der Tiere zu erhalten.

  • Die Aktion dient auch der Abschreckung.

Das Raubtier aus dem Beverinrudel ist vergangenen Samstag beim Einbruch der Dunkelheit im Rheinwald zu einem gerissenen Wildtier zurückgekehrt. Die Wildhut des Kantons Graubünden, die sich vorgängig in der Nähe des Kadavers eingerichtet hat, konnte das Tier mit einem Betäubungspfeil sedieren. Es handelt sich um ein ausgewachsenes männliches Tier, wie es am Mittwoch in einer Meldung des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden heisst. Der 35 Kilogramm schwere Wolf konnte nach der Entnahme von verschiedenen Proben wieder freigelassen werden.

Die Besenderung diene mehreren Zwecken. «Durch den GPS-Sender kann der Aufenthalt des Wolfes ermittelt und seine Bewegungen verfolgt werden», heisst es in der Mitteilung. Das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) erhofft sich dadurch neue Erkenntnisse über das Verhalten und die bevorzugten Aufenthaltsorte der Wölfe zu gewinnen. Ein weiterer Zweck der Besenderung sei die vergrämende Wirkung. Ein Wolf, der eine entsprechende Behandlung und Besenderung mit einem negativen Erlebnis in der Nähe von menschlichen Einrichtungen in Verbindung setzt, sollte die Nähe zu Menschen in Zukunft stärker meiden.

Grosse Wolfspräsenz im Rheinwald

Einzelne Wölfe halten sich laut Amt auch tagsüber in Siedlungsnähe auf und zeigen wenig scheu gegenüber dem Menschen. Am Mittwoch, 25. März 2021, konnte in Nufenen ein einzelner Wolf von mehreren Personen beobachtet und gefilmt werden. Die Wildhut beobachtet die Situation vor Ort mit grossem Aufwand.

Bei Wölfen, die sich tagsüber in Siedlungsnähe aufhalten oder sich auch anderweitig auffällig verhalten, sind die Mitarbeiter des AJF angehalten, nach Möglichkeit eine Vergrämung vorzunehmen. Damit die Vergrämung seine Wirkung zeige und der Wolf dadurch gegenüber dem Menschen und seinen Einrichtungen scheuer wird, müsse sie zum richtigen Zeitpunkt in der Nähe von menschlichen Einrichtungen erfolgen.

Auch kann gemäss Mitteilung in Siedlungsnähe nicht überall ein Kugel- oder Schrotschuss angebracht werden. Kadaver von gerissenen Wildtieren werden entsorgt, wenn sie im Siedlungsbereich gefunden werden. Wenn die Temperaturen ansteigen und die Hänge schneefrei werden, werden sich die Hirsche wieder in höhere Lagen zurückziehen und sich so besser verteilen. Im Siedlungsbereich werden folglich auch die Wölfe bald weniger zu sehen sein.

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Deine Meinung

34 Kommentare
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Isegrim

01.04.2021, 12:28

Bei der Stimmung gegen den Wolf könnte man fast meinen, dass sie jeweils ganze Herden und Völker reissen... aber nein, es sind nur vernachlässigte und ungeschützte Schafe. Skandal.

Ralp

01.04.2021, 04:38

Nicht vergessen, ein Wolf jagt immer nur das schwächste Tier. Er muss ja auch essen und sein Rudel ernähren können.

Historiker

31.03.2021, 15:52

Der Wolf war schon vorher da - er wurde nur von den Bergmenschen vertrieben und jetzt tun sie so als ob der Wolf etwas neues wäre.