20.07.2019 09:10

Basadingen-Schlattingen TG

Käfer zerstören schönsten Wald der Schweiz

Vor drei Jahren wurde er zum schönsten Wald der Schweiz gekürt, nun verunstalten ihn Borkenkäfer: Der Basadinger Wald erlebt derzeit eine Parasitenplage. Der Förster ist untröstlich.

von
viv
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So sah es noch vor nicht allzu langer Zeit im Basadinger Wald im Kanton Thurgau aus: Grosse, kräftige und gesunde Bäume zierten die Natur.

So sah es noch vor nicht allzu langer Zeit im Basadinger Wald im Kanton Thurgau aus: Grosse, kräftige und gesunde Bäume zierten die Natur.

Walter Ackermann
In diesem Jahr mussten aber etliche Fichten, einige sogar 200 Jahre alt, gefällt werden.

In diesem Jahr mussten aber etliche Fichten, einige sogar 200 Jahre alt, gefällt werden.

Walter Ackermann
Grund ist der Borkenkäfer.

Grund ist der Borkenkäfer.

AP/Jens Meyer

«Ich könnte weinen», sagt Walter Ackermann, Förster des Basadinger Waldes im Kanton Thurgau, gegenüber 20 Minuten. Grund: In den letzten Wochen mussten dort Hunderte Fichten gerodet und entrindet werden. Wie «Top Online» schreibt, sind sie von Borkenkäfern befallen. «Es ist die Entwicklung der letzten drei Jahre», erklärt Ackermann. Die Stürme, der Wassermangel und die hohen Temperaturen sollen die Bäume geschwächt haben.

Das Wetter sei ausserdem ideal für die Vermehrung des Käfers, der hauptsächlich Fichten angreift. «Er bohrt sich unter die Baumrinde und legt dort seine Eier ab», so der Förster. Diese würden die Bäume dann von innen auffressen. 2016 wurde der Basadinger Wald noch zum schönsten Wald der Schweiz gekürt – nun zieren ihn etliche Lichtungen.

Das Hoffen auf mehr Regen

Besonders schmerzt, dass auch Fichten befallen sind, die schon seit vielen Förstergenerationen in dem Waldstück leben: «Es ist verrückt: Manche Bäume sind schon 200 Jahre alt und müssen jetzt einfach abgeholzt werden», bedauert Ackermann. Wenn es in den nächsten Jahren mit den Temperaturen so weitergehe, seien die Fichten in dem Wald verloren.

Trotzdem hat der Förster Hoffnung: «Momentan haben wir noch einen grossen Bestand an gesunden Fichten. Wenn es in den nächsten Sommern etwas mehr Regen gibt, werden sie sich regenerieren und überleben.» Dank der gerodeten Bäume werde ausserdem mehr Sonnenlicht auf den Waldboden fallen, was neuen, jungen Bäumen die Chance gebe, zu gedeihen.

Thurgauer Holz für China?

Und was macht man nun mit den abgeholzten Bäumen? «Das Holz hat einen Farbfehler, es ist aussen bläulich», so Ackermann. Daher sei es schwierig, es zu verkaufen. Zudem sei der Holzbedarf auf dem Markt bereits gedeckt. Eine Option wäre der Export zu unattraktiven Konditionen nach China. «Wir versuchen aber, anderswo Marktlücken zu finden», so der Förster.

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