Kälte-Test für die Frauen in Lake Louise
Aktualisiert

Kälte-Test für die Frauen in Lake Louise

Die Schweizer Abfahrerinnen hinterliessen in Lake Louise (Ka) bei -27 Grad im ersten Training zu den Rennen von Freitag und Samstag einen guten Eindruck. Martina Schild und Ella Alpiger belegten die Ränge 8 und 9., Nadia Styger wurde 11., Monika Dumermuth 13.

Die extreme Kälte von bis zu -27 Grad war das beherrschende Thema der ersten Übungsfahrt. Die Fahrerinnen mussten sich das Gesicht mit schützendem Tape verkleben, aber auch so mussten sie auf die Zähne beissen. «Bei solchen Verhältnissen hätte man vielleicht besser auf ein Training verzichtet», meinte Nadia Styger, «schliesslich gibt es ja noch zwei weitere Trainingstage.»

Die Prognosen versprechen für die nächsten Tage weniger kaltes Wetter. Sylviane Berthod liess angesichts der arktischen Temperaturen das erste Training aus, und viele der Favoritinnen gingen die Aufgabe noch zurückhaltend an. So klassierten sich fünf Fahrerinnen mit Nummern über 30 unter den ersten 10.

Bestzeit liess sich die Italienerin Nadia Fanchini notieren. Sie ist die ein Jahr ältere Schwester von Elena, die letzten Winter gleichenorts die erste von zwei Abfahrten gewonnen hatten. Nadia Fanchini war um 7 Hundertstel schneller als die Kanadierin Kelly Vanderbeek. Renate Götschl folgte als beste Österreicherin mit 32 Hundertsteln Rückstand auf Platz 3.

Erstes Training zu den Weltcup- Abfahrten der Frauen von Freitag und Samstag: 1. Nadia Fanchini (It) 1:54,41. 2. Kelly Vanderbeek (Ka) 0,07 zurück. 3. Renate Götschl (Ö) 0,32. 4. Andrea Fischbacher (Ö) 0,54. 5. Karin Blaser (Ö) 0,57. 6. Alexandra Meissnitzer (Ö) 0,63. 7. Emily Brydon (Ka) 0,70. 8. Martina Schild (Sz) 0,78. 9. Ella Alpiger (Sz) 0,88. 10. Kathrin Wilhelm (Ö) 0,97.

11. Nadia Styger (Sz) 1,03. Ferner: 13. Monika Dumermuth (Sz) 1,19. 15. Elena Fanchini (It) 1,46. 20. Lindsey Kildow (USA) 1,85. 27. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 2,02. 35. Carmen Casanova (Sz) 2,65. 36. Catherine Borghi (Sz) 2,73. 38. Anja Pärson (Sd) 2,74. 46. Dominique Gisin (Sz) 3,12. - 66 Fahrerinnen gestartet und klassiert. - Nicht gestartet: Sylviane Berthod (Sz).

Technische Daten: Piste Olympic Downhill, 2590 m Länge, 700 m HD, 40 Tore, Kurssetzer Jan Tischhauser (FIS/Sz).

(si)

Scheizer Speed-Fahrerinnen lassen hoffen

Mit zwei Abfahrten und einem Super-G wird in Lake Louise (Ka) von Freitag bis Sonntag die Speed-Saison der Frauen eröffnet. Hugues Ansermoz, der neue Schweizer Cheftrainer, erhofft sich zumindest einen Podestplatz. In den technischen Disziplinen ist der Rückstand der Schweizerinnen auf die Weltspitze derzeit zu gross, um im Kampf um die Spitzenränge eingreifen zu können. In Abfahrt und Super-G dagegen sind die Ambitionen weit grösser. Eines ist klar: In beiden Sparten wird es eine neue Weltcupsiegerin geben. Die Dominatorin der letzten Saison, die Österreicherin Michaela Dorfmeister, die neben den beiden Kristallkugeln für die Diszplinensiege auch an den Olympischen Spielen Gold in Abfahrt und Super-G für sich beanspruchte, ist inzwischen zurückgetreten.

Ansermoz, der das Schweizer Team im Frühjahr als Nachfolger von Osi Inglin übernommen hat, sagt: «Wenn wir aus Lake Louise mit einem Podestplatz zurückkehren, ist das gut.» Sylviane Berthod stand in Lake Louise schon zweimal auf dem Podium. Im letzten Winter hatte ihr in der zweiten Abfahrt von Lake Louise nur ganz wenig zum Sieg gefehlt. Drei Hundertstel hinter der Amerikanerin Lindsey Kildow belegte sie Platz 2. Wenig später folgten indes die Probleme mit ihren Diskushernien, die sie noch heute plagen. Inzwischen fährt sie zur Stabilisation ihres Rückens mit einem Korsett, ohne das sie keine Abfahrten mehr bestreiten könnte. Allerdings musste Berthod deswegen ihre Hockestellung leicht verändern, was ihr doch einige Schwierigkeiten bescherte.

Nadia Styger, die letzte Saison im Super-G sowohl in Aspen als auch in Hafjell triumphierte und die beiden einzigen Saisonsiege für den Schweizer Verband herausfuhr, musste sich ebenfalls umstellen. Wie Fränzi Aufdenblatten wechselte sie nicht nur die Skimarke, sondern auch das Schuhfabrikat. Solch doppelte Wechsel sind heikel. Ansermoz meint: «Eigentlich hätten sie beide noch einige Testläufe mehr gebrauchen können.»

Den grössten Schritt nach vorne tat die Grindelwaldnerin Martina Schild. Die überraschende Abfahrts-Zweite der Olympischen Spiele von Turin fährt gemäss Ansermoz seit Oktober enorm konstant und beeindruckte auch in der unmittelbaren Vorbereitung auf Lake Louise, die nicht weit entfernt in Nakiska und Panorama erfolgte.

Ihr Comeback gibt die Engelbergerin Dominique Gisin, die letzten Winter in Lake Louise im ersten Training mit Bestzeit aufgewartet hatte, im Rennen aber ausschied. Sie verletzte sich damals ohne zu stürzen Innenband, Kniescheibe und Oberschenkelmuskel, womit die Saison gelaufen war. Dass die Rückkehr in den Weltcup ausgerechnet in Lake Louise stattfindet, ist ihr sogar recht. Sie hofft, so den Unfall endgültig verarbeiten zu können.

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