Aktualisiert 15.03.2011 08:33

ElfenbeinküsteKämpfe in den Strassen von Abidjan

In der Elfenbeinküste dringen Anhänger des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara offenbar ins bislang von Machthaber Laurent Gbagbo kontrollierte Viertel der Stadt Abidjan vor.

Im Stadtteil Yopougon sei es am Montag zu Feuergefechten gekommen, berichteten Augenzeugen. Die Kämpfe seien in der Nähe des Hauses von Heereschef Philippe Mangou ausgebrochen, das in der Vergangenheit häufig als Ausgangspunkt für Angriffe auf Ouattara- Anhänger gedient hatte.

Ein Sprecher der Gbagbo-treuen Streitkräfte bestätigte die Gefechte. Damit sind die sogenannten unsichtbaren Kommandos von Ouattara erstmals seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom vergangenen November in ein von Gbagbo-Anhängern bewohntes Viertel eingedrungen und rücken offenbar weiter nach Süden vor.

«Wir wollen Gbagbo nicht mit Gewalt absetzen - das ist Aufgabe der Streitkräfte», sagte ein an den Gefechten beteiligter Anhänger von Ouattara: «Wir kämpfen nur, um die Bevölkerung vor der Polizei zu schützen, die wahllos Menschen tötet.»

Der frühere Präsident Gbagbo war bei der Wahl Ende November seinem Konkurrenten Ouattara unterlegen. Bislang leugnet er seine Niederlage und verteidigt sein Amt mit Gewalt. Bereits 400 Menschen sind seitdem in der Elfenbeinküste getötet worden, die meisten von ihnen Zivilisten, die für Ouattara gestimmt hatten. (sda)

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