Aktualisiert 03.06.2019 15:00

Tödlicher Sportunfall

«Kämpften über eine halbe Stunde um sein Leben»

Ein Kajakfahrer ist am Sonntagnachmittag in Platta GR im Medelser Rhein ums Leben gekommen. Ersthelfer konnten ihn nicht mehr retten.

von
mwa
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Im Medelser Rhein verunfallte letzten Sonntagnachmittag ein 55-jähriger Kajak-Fahrer.

Im Medelser Rhein verunfallte letzten Sonntagnachmittag ein 55-jähriger Kajak-Fahrer.

Kapo GR
In Fuorns GR starteten der verunfallte Kajak-Fahrer und sein Freund die Tour.

In Fuorns GR starteten der verunfallte Kajak-Fahrer und sein Freund die Tour.

Google Street View
Der vorausfahrende Sportler wartete im Kehrwasser bei der Örtlichkeit Pardé auf seinen Kollegen. Als dieser nicht eintraf, beschloss er über die Felsstufen zurück zu klettern. Er fand seinen Kollegen regungslos im Fluss treibend.

Der vorausfahrende Sportler wartete im Kehrwasser bei der Örtlichkeit Pardé auf seinen Kollegen. Als dieser nicht eintraf, beschloss er über die Felsstufen zurück zu klettern. Er fand seinen Kollegen regungslos im Fluss treibend.

Keystone/Symbolbild/ Arno Balzarini

Am frühen Sonntagnachmittag war ein 55-jähriger deutscher Tourist gemeinsam mit seinem Kollegen in Fuorns in den Rhein gestiegen, um Kajak zu fahren. Wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilt, paddelte jeder mit seinem eigenen Kajak flussabwärts. Dies sei dort auch erlaubt. Der vorausfahrende Sportler wartete im Kehrwasser bei Pardé auf seinen Kollegen. Als dieser nicht eintraf, beschloss er über die Felsstufen zurück zu klettern. Er fand seinen Kollegen schliesslich ohne Kajak regungslos im Fluss treibend. Sofort schnitt er seine Jacke auf und versuchte den Mann zu reanimieren.

Kurze Zeit später stiess eine Kajak-Gruppe von sechs Personen dazu. «Wir haben uns über eine halbe Stunde mit der Reanimation abgewechselt», so einer dieser Paddler gegenüber 20 Minuten. Dann sei der Notfallarzt per Seil vom Regahelikopter heruntergekommen. Trotz der weiteren Reanimationsversuche des Regaarztes verstarb der Mann vor Ort.

Optimale Bedingungen

Wie es zu dem tödlichen Unfall gekommen ist, weiss man bisher nicht. «Es wird schwierig sein, das überhaupt herauszufinden», meint Anita Senti, Sprecherin der Kantonspolizei Graubünden. Bisher geht die Polizei von einem Tod durch Ertrinken aus. Das Kajak des Verunglückten wurde untersucht: «Es gibt keine Hinweise, dass eine Drittperson das Kajak manipuliert hat», so Senti. Die Rettung habe sich laut Senti kompliziert gestaltet: «Durch die steile Schlucht und eine Hochspannungsleitung hatten die Notärzte Mühe zum Unfallort zu gelangen.»

Die Bedingungen zum Kajak-Fahren seien an dem Tag optimal gewesen, so der Reanimationshelfer der Kajak-Gruppe und nebenberuflicher Kanu-Lehrer. Er fügt hinzu: «Für jemanden, der gut Paddeln kann, ist diese Strecke nicht übermässig schwierig.» Er nimmt deshalb nicht an, dass der Mann ertrank: «Ich vermute eher ein medizinisches Problem, wie es sich auch auf einer Bergtour oder sonst wo hätte ereignen können.» Senti widerspricht, würde die Polizei von einem natürlich Tod ausgehen und nicht einem Unfall, hätte man gar keine Mitteilung gemacht.

«Das muss unglaublich blöd gelaufen sein»

Die Betroffenheit nach dem Unfall ist gross. «Das ist wahnsinnig traurig», sagt die Gastgeberin einer Unterkunft in Fuorns. Auch sie kann schwer verstehen wie es «bei dem wenigen Wasser» zum Ertrinken des Mannes kam: «Das muss unglaublich blöd gelaufen sein.»

Allgemein sei Fuorns durch den guten Zugang zum Fluss ein beliebter Ort, um Kajak-Ausflüge zu starten. Dass es nun zu einem solchen Zwischenfall kommen musste, sei sehr zu bedauern.

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