Thorberg-Affäre: Käser verteidigt Caccivios Anstellung
Aktualisiert

Thorberg-AffäreKäser verteidigt Caccivios Anstellung

Der entlassene Gefängnisdirektor Georges Caccivio hatte keinen Hochschulabschluss. Hans-Jürg Käser, Berner Polizeidirektor, verteidigt dennoch seine Anstellung.

Polizeidirektor Hans-Jürg Käser steht hinter der Anstellung von Caccivio

Polizeidirektor Hans-Jürg Käser steht hinter der Anstellung von Caccivio

Der bernische Polizei- und Militärdirektor Hans-Jürg Käser hat in einem Interview näher ausgeführt, wieso der unterdessen entlassene Thorberg-Direktor Georges Caccivio seinerzeit trotz fehlendem Hochschulstudium diesen Posten erhielt.

Käser sagt in einem am Samstag in der Zeitung «Der Bund» erschienenen Gespräch, er sei «fest davon überzeugt, dass man die Menschen nicht unterteilen kann in Hochschulabsolventen und andere». Caccivio sei durch mehrere Weiterbildungen fachlich gerüstet und habe umfassende Kenntnisse des Straf- und Massnahmenvollzugs.

Auf den Einwand, diese Kenntnisse habe auch Klaus Emch, der heutige interimistische Thorberg-Direktor, sagt Käser: «Es gibt Leute mit ausgeprägten Führungsqualitäten. Und es gibt andere, die im Hintergrund akribisch und exakt arbeiten und so einen wichtigen Beitrag zur Gesamtorganisation leisten.»

Emch bewarb sich laut «Bund» seinerzeit auch für den Direktorenposten auf dem Thorberg und war bis zur Entmachtung Caccivios dessen Stellvertreter. In der Ausschreibung für die Thorberg-Direktorenstelle wurde 2011 ein Hochschulabschluss verlangt.

Untersuchung soll Licht ins Dunkle bringen

Zu den Vorwürfen und Vorfällen auf dem Thorberg läuft seit Januar eine Untersuchung in Sachen mutmassliche Führungsmängel Caccivios und seit Februar auch zum Anstellungsverfahren. Vor einer Woche wurde Caccivio gekündigt.

Ausserdem hat Käsers Direktion eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Damit soll ans Licht kommen, wie die Vorwürfe aus dem Innern der Strafanstalt bei Krauchthal an die Öffentlichkeit gelangten.

Käser wird im Gespräch auch gefragt, wie er seine Chancen für eine Wiederwahl in den Regierungsrat sieht. Am 30. März finden ja im Kanton Bern Grossrats- und Regierungswahlen statt. «Ich bin sehr zuversichtlich», sagt er. (sda)

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