Käufer der Jelmoli-Immobilien wollen Rabatt
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Käufer der Jelmoli-Immobilien wollen Rabatt

Jelmoli muss beim geplanten Verkauf der Immobiliensparte eine weitere Hürde nehmen. Nach der Forderung einiger Aktionäre auf Beteiligung am Verkaufserlös, fordern die israelischen Käufer nun einen Preisnachlass.

Zur Begründung weise das Konsortium um die Immobiliengesellschaften Delek Global Real Estate und Blenheim unter anderem auf die derzeitige Kreditkrise hin, teilte Jelmoli am Donnerstagabend mit. Jelmoli pocht aber auf den geschlossenen Vertrag, der keine Möglichkeit des Rücktritts oder der Neuverhandlung des Kaufpreises vorsehe.

Jelmoli hatte am 31. Juli mit den israelischen Immobiliengesellschaften vereinbart, ihr Immobilienportfolio für 3,4 Mrd. Fr. zu verkaufen. Bei Jelmoli seien inzwischen alle Vollzugsbedingungen erfüllt, damit könnten die Immobilien vertragskonform an die Käufer übertragen werden, schreibt das Unternehmen.

Rechtsstreit möglich

Jelmoli beabsichtigt unverändert, die Transaktion zwischen Ende September und Ende Oktober zu den vertraglich vereinbarten Bedingungen zu vollziehen. Jelmoli behält sich rechtliche Schritte zur Durchsetzung ihrer Interessen vor.

Der Verkauf der Immobiliensparte ist der zweite grosse Schritt beim geplanten Neustart des Konzerns als Investmentgesellschaft. Die Elektrogerätekette Dipl. Ing. Fust und den Onlineshop Netto24 will Jelmoli für 990 Mio. Fr. an Coop verkaufen. Allerdings ist auch dieser Deal nicht unter Dach, es fehlt noch die Zustimmung der Wettbewerbskommission (Weko)

Am Gesamterlöst der Verkäufe von rund 3 Mrd. Fr. nach Abzug von Schulden wollen aber auch einige Aktionäre teilhaben. Ein Antrag fordert die vollständige Ausschüttung der Verkaufserlöse, ein zweiter verlangt die Zustimmung der Generalversammlung zum Verkauf der Immobiliensparte. Jelmoli hat deshalb die ursprünglich für Ende September vorgesehene ausserordentliche Generalversammlung auf «Oktober oder November» verschoben.

Der Verwaltungsrat ist nach rechtlichen Abklärungen der Ansicht, dass der Immobilienverkauf in seiner Kompetenz liegt. Das Verdikt der Generalversammlung ist eigentlich Formsache: Georg von Opel und Verwaltungsratspräsident Walter Fust kontrollieren zusammen knapp 70 Prozent der Stimmen.

(sda)

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