Aktualisiert 12.08.2019 19:08

Überraschende Studie

Kaffee am Abend lässt uns nicht schlechter schlafen

Wer vor dem Zubettgehen eine Tasse Kaffee trinkt, muss nicht um seine Schlafqualität fürchten. Anders sieht es beim Alkohol und Tabak aus.

von
jcg

Eine neue US-Studie widerlegt die landläufige Meinung, dass Kaffeekonsum vor dem Schlafengehen die Nachtruhe verkürzt. Ein Forscherteam unter der Leitung der Florida Atlantic University hatte untersucht, wie sich die Einnahme von Koffein, Alkohol und Nikotin auf die Schlafqualität auswirkt. Dazu wurden 785 Personen insgesamt 5164 Tage und Nächte überwacht.

Die Teilnehmer mussten während des Studienzeitraums ein Schlafarmband tragen, das unter anderem die Schlafdauer und die -qualität aufzeichnete, und gleichzeitig ein Schlaftagebuch führen. Zusätzlich mussten sie angeben, ob sie vier Stunden vor dem Einschlafen eine der Substanzen zu sich genommen hatten.

Stärkster Effekt beim Nikotin

Es zeigte sich, dass Alkohol und Nikotin einen deutlich messbaren Einfluss auf den Schlaf hatten. Bei Menschen mit Schlafproblemen führte etwa das abendliche Rauchen zu einer um 42 Minuten kürzeren Schlafdauer. Beim Koffein konnte dagegen kein solcher Effekt festgestellt werden.

Studienleiterin Christine Spadola sagte dazu im Fachjournal «Sleep»: «Es handelt sich um eine der grössten Längsschnittstudien über die Zusammenhänge abendlichen Konsums von Alkohol, Koffein und Nikotin und objektiv gemessenen Schlafresultaten.» Dabei habe man auf keinen der gemessenen Schlafparameter einen Einfluss des Koffeinkonsums beobachten können.

Die Forscher haben dieses Resultat nach eigenen Angaben nicht erwartet, schliesslich erhöhe das Koffein im Körper eigentlich die Wachsamkeit, da es im Hirn Prozesse blockiere, die den Schlaf einleiteten.

Studie unter realen Bedingungen

Spadola betonte, dass die Studie nicht unter unnatürlichen Laborbedingungen durchgeführt worden sei, sondern die Teilnehmer ihrem gewohnten Lebenswandel nachgegangen seien. Dagegen gestehen die Forscher ein, dass es ihnen nicht möglich sei, genau zu sagen, wie viel Koffein die Probanden zu sich genommen hätten und ob darunter Personen gewesen seien, die besonders empfindlich auf Koffein reagierten.

Das Team fordert nun, dass aufgrund seiner Resultate künftig in Gesundheitsempfehlungen stärker darauf hingewiesen wird, dass man bei Schlafproblemen den abendlichen Konsum von Nikotin und Alkohol einschränken sollte.

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