Aktualisiert 16.07.2019 07:21

Öko-RabattKaffee im eigenen Becher ist bis zu 80 Rp günstiger

Immer mehr Gastro-Betriebe geben Kunden mit Mehrwegbecher Vergünstigung auf den Kaffee. Doch wie sieht die Ökobilanz aus?

von
Dorothea Vollenweider
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Immer mehr Gastro-Betriebe gewähren den Kunden, die ihre eigenen Mehrwegbecher mitbringen, Rabatt. Die Preisreduktionen fallen unterschiedlich hoch aus: Starbucks bietet mit 80 Rappen den höchsten Rabatt.

Immer mehr Gastro-Betriebe gewähren den Kunden, die ihre eigenen Mehrwegbecher mitbringen, Rabatt. Die Preisreduktionen fallen unterschiedlich hoch aus: Starbucks bietet mit 80 Rappen den höchsten Rabatt.

AP/Gene J. Puskar
Die US-Kaffeekette tut das bereits seit dem Markteintritt in Europa 1998. Der Starbucks-Kaffee wird dadurch vergleichsweise erschwinglich: 3.90 Franken kostet ein Café crème in einer Filiale in Zürich dann noch.

Die US-Kaffeekette tut das bereits seit dem Markteintritt in Europa 1998. Der Starbucks-Kaffee wird dadurch vergleichsweise erschwinglich: 3.90 Franken kostet ein Café crème in einer Filiale in Zürich dann noch.

Keystone/Walter Bieri
Das Vegi-Restaurant Hiltl gewährt den umweltbewussten Kunden mit Thermobecher 30 Rappen Rabatt.

Das Vegi-Restaurant Hiltl gewährt den umweltbewussten Kunden mit Thermobecher 30 Rappen Rabatt.

Keystone/Christian Beutler

Mehr als drei Tassen Kaffee trinken Schweizer im Schnitt jeden Tag. Das sind 1110 Tassen pro Jahr, wie einer Erhebung des Branchenverbands Cafetier Suisse ergeben hat. Trinkt man die Kaffees auswärts, kann das ganz schön ins Geld gehen: Eine Tasse der koffeinhaltigen Brühe kostet hierzulande im Schnitt 4.25 Franken.

Doch das geht auch günstiger: Immer mehr Gastro-Betriebe gewähren Kunden Rabatt, die ihre eigenen Mehrwegbecher mitbringen. Die Rabatte fallen unterschiedlich hoch aus (siehe Tabelle): Starbucks bietet mit 80 Rappen den höchsten Rabatt. Die US-Kaffeekette tut das bereits seit dem Markteintritt in Europa 1998. Der Starbucks-Kaffee wird dadurch vergleichsweise erschwinglich: 3.90 Franken kostet ein Café crème in einer Filiale in Zürich so noch.

Upgrade statt Vergünstigung

Ein etwas anderes Konzept hat Valora mit ihren Formaten Caffè Spettacolo und Brezelkönig. Kunden mit Mehrwegbecher erhalten dort zwar keinen Rabatt, dafür aber ein kostenloses Upgrade auf die nächste Grösse im Wert von 1 Franken. Für die Shops K kiosk, Avec und Press & Books, die ebenfalls zu Valora gehören, sei ein entsprechendes Konzept in Planung, heisst es auf Anfrage von 20 Minuten.

Bei Coop to go kostet ein Heissgetränk im eigenen Mehrwegbecher 25 Rappen weniger. In Coop-Restaurants und bei Coop Take it kostet ein Heissgetränk im Mehrwegbecher generell 2.75 Franken – beim Espresso bedeutet das eine Vergünstigung von 20 Rappen, beim Cappuccino 60 Rappen.

McDonald's-Kunden nutzen den Rabatt kaum

McDonald's gewährt Kunden in den McCafé-Lounges einen Rabatt von 30 Rappen auf Kaffee im Thermo-Cup – jedoch nur in jenem von McCafé selbst. «Das Angebot wurde von den Gästen fast nie genutzt», sagt Sprecherin Beatrice Montserrat. Man evaluiere deshalb zurzeit neue, besser auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmte Angebote.

Das Vegi-Restaurant Hiltl gibt auf Take-away-Getränke 50 Rappen Rabatt – mit einem Mehrwegbecher gibt es seit dem 6. Juni 2019, dem Weltumwelttag, noch zusätzlich 30 Rappen. «Dies tun wir aus Überzeugung, denn wir wollen Gäste, die sich für eine umweltfreundliche Konsumart entscheiden, belohnen», sagt Patrick Jungi, Leiter Operations von Hiltl.

Mehrwegbecher zahlt sich schnell aus

Doch ist es tatsächlich ökologischer, für den Kaffee statt eines Kartonbechers einen Mehrwegbecher zu nutzen? «Mehrweg ist eigentlich fast immer besser als Einweg», sagt Mischa Zschokke, Umweltberater der Firma Carbotech in Basel. Carbotech untersuchte im Auftrag des Bundesamts für Umwelt in der Vergangenheit die Ökobilanzen verschiedener Getränkeverpackungen. «Zwar benötigt auch ein Mehrwegbecher Energie für die Produktion und den Transport», so Zschokke. Doch nach circa zwanzig Verwendungen zahle sich der Mehrwegbecher für die Umwelt bereits aus.

Wichtig sei zudem, dass man den Becher zu Hause nicht unter laufendem heissem Wasser abwasche, sondern kalt ausspüle und phosphatfreies Spülmittel benutze. Patrik Geisselhardt von Swiss Recycling gibt noch zu bedenken: «Nicht die Verpackung ist relevant, sondern der Inhalt.» Dort sei die grosse Umweltwirkung, insbesondere beim Kaffee.

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