Stellenabbau: Kahlschlag bei Serono in Genf

Aktualisiert

StellenabbauKahlschlag bei Serono in Genf

Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Merck baut in der Schweiz über 1300 Stellen ab. Das Hauptquartier des Pharmaablegers Merck Serono in Genf wird komplett geschlossen.

Genf verliert 900 Arbeitsplätze.

Genf verliert 900 Arbeitsplätze.

Ein schwerer Schlag für die Romandie. Von den 1250 Stellen am Genfer Hauptsitz von Merck Serono werden 500 gestrichen, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag hiess. Die restlichen Stellen werden an andere Standorte des Konzerns verlegt. Mit der Schliessung des Hauptsitzes in Genf sollen gemäss Unternehmensangaben Doppelspurigkeiten eliminiert werden, die es bei Merck Serono durch die zwei Hauptquartiere in Europa gibt. Merck hatte das Genfer Biotechunternehmen Serono vor rund fünf Jahren übernommen. Zuvor gehörte es der Familie Bertarelli.

Fortan will Merck alle Konzernaufgaben am Hauptsitz im deutschen Darmstadt konzentrieren. Die derzeit in Genf angesiedelten Forschungstätigkeiten werden ebenfalls nach Darmstadt, aber auch nach Boston (USA) und nach Peking (China) verlagert. Den Schweizer Markt will Merck Serono in Zukunft von Zug aus betreuen.

Auch Kanton Waadt betroffen

Rund 130 Stellen in Genf, die in Zusammenhang mit der Medikamentenproduktion stehen, werden nach Aubonne im Kanton Waadt verlagert. Allerdings kommt es auch in der Medikamentenproduktion im Kanton Waadt zu einer Restrukturierung. Gemäss Communiqué soll die Fabrik in Coinsins VD geschlossen und die dortige Produktion ebenfalls nach Aubonne überführt werden. Der Restrukturierung in der Produktion werden rund 80 Stellen zum Opfer fallen.

Wie die Tribune de Genève meldet, erfolge die Schliessung in drei Etappen bis Ende Jahr. Betroffen sei zunächst das Personal aus den Abteilungen Marketing, Research und Entwicklung. Anschliessend würden die Informatiker folgen. Auch in den französischen und italienischen Filialen der Merck-Gruppe sei mit Kündigungen zu rechnen. Bereits im April 2011 wurde der Sitz in Genf als «bürokratisches Monster» qualifiziert und geriet somit in den Fokus der Kosteneinsparungen. (sda)

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