Ungeziefer muss weg: Kakerlaken stressen die Kammerjäger
Aktualisiert

Ungeziefer muss wegKakerlaken stressen die Kammerjäger

Ostschweizer Kammerjäger sind im Dauereinsatz: Bettwanzen und Kakerlaken aus den Ferien machen sich in der Region breit. Die Schädlinge werden gegen Gifte immer resistenter.

von
Simon Städeli
Hat momentan viel zu tun: Kammerjäger Daniel Kreienbühl. (Bild: ZVG)

Hat momentan viel zu tun: Kammerjäger Daniel Kreienbühl. (Bild: ZVG)

Sie verstecken sich im Reisekoffer und in den Kleidern und legen ihre Eier dort ab: Kakerlaken und Bettwanzen. Zurück in der Schweiz vermehren sich die Viecher rasant: «Es hat so viele Bettwanzen und Kakerlaken wie noch nie, ich bin momentan im Dauereinsatz», sagt der St. Galler Kammerjäger Daniel Kreienbühl.

Seit dem Ende der Sommerferien vor zwei Wochen nehmen die Aufträge stetig zu – bis zu zehnmal täglich rückt Kreienbühl aus. Die Kakerlaken lockt er mit einem Gel an, die Tiere fressen es und sterben später daran.

Immer mehr Schädlinge

Schwerer zu jagen sind die juckenden Blutsauger: «Für die Bettwanzen muss ich starke Chemikalien einsetzen», so der Profi. Auch bei Schädlingsbekämpfer Werner Strebel ist viel los: «Bettwanzen waren mal fast ausgerottet, durch das viele Reisen sind sie jetzt aber wieder eine Plage.»

Laut Schädlingsexperte Jonas Barandun vom Naturmuseum St. Gallen wird sich die Lage in den nächsten Jahren noch verschlimmern: «Die Reisetätigkeit nimmt international zu, gleichzeitig werden die Schädlinge immer resistenter gegen die Gifte.»

Dass man Bettwanzen nur in Jugendherbergen und Schmuddelhotels aufliest, ist laut dem Experten ein Irrtum: Vor allem Manager, die in der Welt herumfliegen, verteilten die Tiere von Ort zu Ort. Barandun rät, den Reisekoffer immer zu verschliessen und alle Kleider nach der Rückkehr gründlich zu waschen – auch die ungebrauchten.

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