CV-1 gegen PB18: Kalaschnikow gegen Audi – Duell der Elektroautos
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CV-1 gegen PB18Kalaschnikow gegen Audi – Duell der Elektroautos

Der russische Waffenhersteller Kalaschnikow will ein Retro-Elektroauto bauen, Audi einen futuristischen Flitzer. Dazwischen liegen Welten.

von
lab
Der russische Waffenhersteller Kalaschnikow will ein Retro-Elektroauto bauen, Audi einen futuristischen Flitzer. Dazwischen liegen Welten.

Der russische Waffenhersteller Kalaschnikow will ein Retro-Elektroauto bauen, Audi einen futuristischen Flitzer. Dazwischen liegen Welten.

Audi/Kalaschnikow
«Mit dieser Technologie werden wir in den Reihen von globalen Elektroautoherstellern wie Tesla stehen und ihr Konkurrent sein», erklärte Kalaschnikow grossspurig über die wie immer freundlich gesinnte staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

«Mit dieser Technologie werden wir in den Reihen von globalen Elektroautoherstellern wie Tesla stehen und ihr Konkurrent sein», erklärte Kalaschnikow grossspurig über die wie immer freundlich gesinnte staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Kalaschnikow
Die Russen kommunizierten auch, dass der CV-1 von Kalaschnikow eine Reminiszenz an eines der meistverkauften Familienautos zu Zeiten der Sowjetunion ist: Der ...

Die Russen kommunizierten auch, dass der CV-1 von Kalaschnikow eine Reminiszenz an eines der meistverkauften Familienautos zu Zeiten der Sowjetunion ist: Der ...

Kalaschnikow

Der Unterschied könnte nicht grösser sein: Der russische Waffenhersteller Kalaschnikow enthüllte am Donnerstag auf der Messe «Armee 2018» in Moskau eine schräge Studie des Elektroautos CV-1. Schon auf den ersten Blick wirkt der Concept Car wie aus der Zeit gefallen. Das hellblaue Modell sieht aus, als wäre es ein Oldtimer aus den 70-ern. Dabei ist das Gefährt des Waffenherstellers ein reines Elektroauto – und offenbar alles andere als ein Scherz.

Reminiszenz an den Isch 2125

«Mit dieser Technologie werden wir in den Reihen von globalen Elektroautoherstellern wie Tesla stehen und ihr Konkurrent sein», erklärte Kalaschnikow grossspurig über die wie immer freundlich gesinnte staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Laut Herstellerangaben kommt der CV-1 mit einer Batteriekapazität von 90 Kilowattstunden auf eine Reichweite von 350 Kilometern. In sechs Sekunden soll das Auto auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Marktstart? Preis? Zulieferer?

Dafür kommunizierten die Russen, dass der CV-1 von Kalaschnikow eine Reminiszenz an eines der meistverkauften Familienautos zu Zeiten der Sowjetunion ist: Der Isch 2125 Kombi, der in den 70er-Jahren verkauft. Der Hersteller Ischmasch wurde vor ein paar Jahren vom russischen Waffenhersteller übernommen.

600 kW und 830 Nm

Auf der Pebble Beach Automotive Week im kalifornischen Monterey hat sich Audi hingegen einem ganz anderen Designkonzept gewidmet – der PB18 e-tron ist ein futuristischer Schlitten im Batmobil-Stil. Der flüsterleise Donnerkeil mit dem Bug eines futuristischen R8 und dem Heck eines flach gedrückten Shooting Brakes sieht nicht nur messerscharf aus, sondern Audi verspricht auch Fahrleistungen wie nicht von dieser Welt. Ein 150 kW starker E-Motor an der Vorder- und zwei mit zusammen 450 kW an der Hinterachse beschleunigen den Flachmann mit insgesamt bis zu 830 Nm in kaum mehr als zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h und dürften auf Geraden wie der Hunaudieres in Le Mans mit Geschwindigkeiten jenseits von 300 km/ nicht die geringste Mühe haben.

Auf der Strasse wollen die Bayern das Tempo zugunsten der Reichweite allerdings etwas limitieren – wobei sie mit dem Strom nicht sonderlich sparen müssen. Schliesslich steckt im Boden des PB18 ein neuer Festkörper-Akku von 95 kWh, der locker für mehr als 500 Kilometer reichen sollte. Und weil es im Sport nicht nur auf schnelle Sprints, sondern auch auf kurze Stopps ankommt, ist der PB18 mit einem 800-Volt-Lader ausgestattet und deshalb in 15 Minuten wieder komplett geladen.

Ausblick auf nächsten R8

Während Audi sonst gerne das Hohelied des autonomen Fahrens singt, haben die Bayern bei diesem Auto fast alle Assistenten über Bord geworfen und den Fahrer wieder ins Zentrum des Geschehens gerückt. Das gilt im übertragenen Sinn, weil nur er Gas gibt, lenkt und bremst. Und das kann man wörtlich nehmen, weil der PB18 eine Monopost-Konfiguration mit dem Sitz in der Mitte bietet: «Wir wollen dem Fahrer ein Erlebnis verschaffen, wie er es sonst nur in einem Rennwagen wie dem Audi R18 bekommt», sagt Gael Buzyn, der das Audi Design Loft in Malibu leitet, wo der PB18 massgeblich gestaltet wurde. «Deshalb haben wir den Innenraum rund um den idealen Fahrerplatz in der Mitte entwickelt.»

Natürlich wird der PB18 so nicht in Serie gehen. Doch da die zweite Auflage des R8 bereits ihre erste Halbzeit absolviert hat und im Kreis der Supersportwagen nicht richtig ernst genommen wird, könnte der elektrische Ego-Shooter durchaus die Nachfolgediskussion befruchten.

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