Aktualisiert 27.05.2013 15:55

Gefährlicher AusflugKalb mitten von der Autobahn gerettet

Der Strassenbauer Bruno Garcia (22) und seine Lehrtochter Danja Hagi (17) haben in der Mittagspause Mut bewiesen: Sie retteten ein Kalb, das sich auf die Autobahn verirrt hatte.

von
Deborah Sutter

Es war sein erster Ausflug in die weite Welt. Vor lauter Übermut brachte sich ein kleines Kalb aber in grosse Gefahr: Es verirrte sich heute Mittag in der Nähe von Niederwangen BE auf die Autobahn. Doch dank des mutigen Eingreifens zweier Strassenbauer blieb es unverletzt.

«Wir waren auf dem Weg zum Mittagessen, als auf der A12 plötzlich der Verkehr stockte», erzählt der 22-jährige Bruno Garcia. Zunächst habe er an einen Unfall gedacht, doch dann sah er, wie sich etwas bewegte. Erst seine Lehrtochter, die 17-jährige Danja Hagi, realisierte, dass es sich um ein Kalb handelte. «Uns war sofort klar: Dem armen Tier müssen wir helfen!»

Ein Bauer war bereits dabei, das Tier einzufangen: «Doch ohne Erfolg – so ein junges Kalb ist auch wahnsinnig schnell.» Garcia lenkte geistesgegenwärtig sein Firmenauto quer zum Pannenstreifen: «So konnte ich dem Kälbli den Weg abschneiden, es zusammen mit dem Bauern einfangen und in unser Auto laden.»

Es war sein erster Tag auf der Weide

Garcia brachte das unversehrte Jungtier auf den Hof des Bauern. Zunächst war noch unklar, wer der Besitzer des Tieres ist. Auch die Polizei wurde über den Vorfall informiert: «Das Kalb konnte mittlerweile dem Besitzer übergeben werden», sagt der Sprecher der Kapo Bern, Christoph Gnägi. Das Tier sei heute zum ersten Mal auf der Weide gewesen und durch eine Lücke im Naturzaun auf die Autobahn gelangt. «An seinem ersten Tag draussen sind ihm wohl die Sicherungen etwas durchgebrannt», schmunzelt Gnägi. Die mutiger Retter haben sich mit ihrem beherzten Eingreifen nicht strafbar gemacht – obwohl Unbefugte eigentlich auf der Autobahn nicht anhalten und das Auto verlassen dürfen: «In diesem Fall haben die Retter im Prinzip der Gefahrenabwehr sowie der Verhältnismässigkeit richtig gehandelt und Zivilcourage gezeigt.» Denn wäre das Kalb weiterhin auf der Autobahn herumgerannt, hätte Schlimmes passieren können.

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