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Kalifornien: Pornopolitikerin packt ein

Porno-Star Mary Carey begräbt ihre politischen Ambitionen aufs Amt der Gouverneurin von Kalifornien. Die Schauspielerin beendet ihre Kandidatur, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern.

«So sehr ich auch dem Staat Kalifornien helfen möchte ein besserer Ort zu werden, jetzt ist es wichtiger, meiner Mutter zu helfen.» Mit dieser Aussage beendet Mary Carey gemäss dem US-Nachrichtensender CNN ihr politisches Comeback. Doch nicht für lange: «Ich habe noch so viele Jahre für meine politische Karriere vor mir!»

Diese Aussage der 26-Jährigen wird von wenigen als Versprechen und von vielen als Warnung empfunden. Denn noch ist die Mehrheit der Bevölkerung eher skeptisch, ob der Golden State nach Terminator Schwarzenegger mit einer weitere Schauspielerin besser fahren würde.

Mary Carey, die mit Werken wie «Boobsville Sorority Girl» (in etwa: «Das Mädchen von der Schwesternschaft in Busenhausen») nationale Berühmtheit erlangte, fand immerhin beim männlichen US-Publikum im wahlfähigen Alter einige Unterstützung. Carey rechnete jedoch nie damit, die 164.000 Unterschriften, die zur Registrierung als unabhängige Kandidatin erforderlich sind, zu erreichen. Der Pornostar hoffte aber, dass möglichst viele Kalifornier ihren Namen dennoch auf den Wahlzettel schreiben würden und auf diese Weise ihre Stimme für sie abgäben. Um ihre Klientel zu erreichen, tourte sie vorwiegend durch die Hochschulen des US-Bundesstaates.

Auf den Wahlkampf hat sich Carey auf ihre Weise vorbereitet: Sie nahm ab, liess ihre Zähne bleichen und sich die Brüste vergrößern. In ungewohnt zurückhaltender Garderobe ging Mary Carey ihren zweiten Anlauf auf den Gouverneursposten Kaliforniens an. «Ich denke, ich bin jetzt ernster», sagte sie in einer Anspielung auf ihren ersten Versuch 2003, als Schwarzenegger gewählt wurde. Die neue Seriosität sei auch an den teils braungefärbten Haaren zu erkennen. «Brünette werden ernster genommen», sagte Carey und unterstrich ihren politischen Anspruch.

Seit Oktober 2003 ist der gebürtige Österreicher Arnold Schwarzenegger Gouverneur von Kalifornien. Jüngste Umfragen ergaben jedoch, dass Schwarzeneggers Beliebtheit bei der kalifornischen Bevölkerung seit seinem Amtsantritt drastisch gesunken ist.

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