Klima-Schutz: Kalifornien wartet nicht auf die Welt
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Klima-SchutzKalifornien wartet nicht auf die Welt

Wer ab 2009 an Kaliforniens Küste anlegen will, muss mit «grünem» Treibstoff fahren. Damit hat der Bundesstaat die US-weit striktesten Emissionsauflagen für die Schifffahrt – und bestätigt einmal mehr seine Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz.

Demnach müssen sowohl einheimische als auch ausländische Schiffe, die in den Häfen des US-Staats anlegen wollen, einen umweltfreundlicheren Treibstoff benutzen, wie die Behörde für die Reinhaltung der Luft gestern mitteilte.

Kalifornien könne nicht warten, bis die internationale Gemeinschaft 2015 strengere Vorschriften für den Ausstoss von schädlichen Treibhausgasen erlasse, erklärte Behördensprecher Jerry Hill. Dazu nehme man die Gesundheit seiner Bürger viel zu ernst.

Kalifornien unter Gouverneur Arnold Schwarzenegger ist zum Vorreiter des Klimaschutzes in den USA geworden und ist damit häufig auf Konfrontationskurs zur Regierung von US-Präsident George W. Bush gegangen. Auch das neue Vorhaben ist umstritten.

Der Pazifische Schifffahrtsverband erklärte, der US-Staat könne höchstens Auflagen für ein Meeresgebiet bis zu drei Seemeilen vor seiner Küste erlassen. Die Regelung der kalifornischen Umweltbehörde erstreckt sich jedoch auf 24 Seemeilen.

Eine interne Studie der bundesweiten Umweltbehörde ergab unterdessen, dass freiwillige Verpflichtungen von Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren, nicht viel fruchten.

Bush gibt solchen freiwilligen Regelungen eindeutig den Vorzug gegenüber neuen Gesetzen. Dem am Donnerstag bekanntgewordenen Bericht zufolge ist die Industrie jedoch nur in begrenztem Masse zur Kooperation bereit. (dapd)

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