Auslieferung: Kalifornien will Polanski - Schweiz wartet ab
Aktualisiert

AuslieferungKalifornien will Polanski - Schweiz wartet ab

Die Staatsanwaltschaft in Kalifornien beharrt auf einer Auslieferung Polanskis in die USA. Die Schweiz will aber noch abwarten.

Die Schweizer Behörden wollen über eine Auslieferung von Roman Polanski in die USA erst entscheiden, wenn es ein Urteil über ein mögliches Verfahren in Abwesenheit gegen den Starregisseur gibt. Das sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP in Genf. Die kalifornische Staatsanwaltschaft bekräftigte erneut ihre Forderung nach einer Auslieferung Polanskis in die Vereinigten Staaten.

In einem 26-seitigen Schriftsatz wiesen zwei mit dem Fall befasste Staatsanwälte am Dienstag Vorwürfe von Polanskis Anwälten zurück, der Missbrauchsprozess gegen den Regisseur sei mit Verfahrensfehlern behaftet. Der Prozess begann vor mehr als 30 Jahren. Polanski gestand damals den sexuellen Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens und sass 42 Tage in Haft, entzog sich 1978 aber dem weiteren Verfahren durch Flucht ins Ausland.

Im September 2009 wurde er aufgrund eines US-Haftbefehls bei der Einreise in die Schweiz festgenommen. Seine Anwälte versuchen eine Auslieferung des 76-Jährigen in die USA zu verhindern und machten zuletzt geltend, es gebe Hinweise auf ein Fehlverhalten des in den 70er Jahren mit dem Fall befassten Richters. (sda)

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