Aktualisiert 20.06.2008 10:08

Teures ÖlKalifornier entdecken Bus und Bahn

Die hohen Benzinpreise haben auch im Autofahrer-Paradies USA zu ersten spürbaren Sparmassnahmen geführt: In Kalifornien besinnt sich eine zunehmende Zahl der Einwohner auf die öffentlichen Verkehrsmittel.

Im ganzen Land werden zudem spürbar weniger Kilometer am Steuer zurückgelegt. Wie der südkalifornische Stadtbahnbetreiber Metrolink am Donnerstag berichtete, nutzte eine Rekordzahl von 50 000 Menschen seine Züge. Das sind laut einem Sprecher 15,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

«Es steht ausser Zweifel, dass der Grund der rekordhohe Benzinpreis ist», sagte Metrolink-Sprecher Dave Sotero. «Im Mai haben wir sechs Prozent mehr Passagiere als im Monat zuvor befördert. So einen steilen Zuwachs haben wir noch nie gemessen.»

Gleichzeitig sei der kalifornische Strassenverkehr um 1,6 Milliarden Kilometer - umgerechnet um 1,5 Prozent - zurückgegangen. US-weit legten die Autofahrer im April 4,5 Milliarden Kilometer weniger auf den Strassen zurück. Nach Angaben der Autobahnverwaltung fiel die Zahl der im Auto zurückgelegten Kilometer von 395,7 Milliarden auf 245,9 Milliarden Kilometer.

Laut einer Statistik des US-Kongresses stiegen die Preise pro Gallone (3,78 Liter) von 1,74 Dollar vor fünf Jahren auf inzwischen mehr als 4 Dollar. Nicht nur die Bahn, auch die Autobauer spüren das teure Benzin schmerzlich: Die Zahl der verkauften mittelgrossen SUV (Sport Utilities Vehicles) ist im Monat Mai verglichen zum Vorjahr um satte 38 Prozent gesunken.

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