Aktualisiert 09.12.2008 12:11

Folgen der FinanzkriseKalifornier tauschen Waffen gegen Essen

Die Wirtschaftskrise machts möglich: In einem von Kriminalität geplagten Vorort von Los Angeles stösst die traditionelle vorweihnachtliche Umtauschaktion «Gewehre gegen Geschenke» in diesem Jahr auf ungewöhnlich grosse Resonanz.

Seit 2005 können im Stadtteil Compton illegale Waffen im Büro des Sheriffs anonym gegen Gutscheine für Elektronikgeschäfte und Supermärkte eingetauscht werden. Sammelten die Behörden im vergangenen Jahr 387 Waffen ein, wurden dieses Jahr 965 Schusswaffen und Pistolen gegen Gutscheine eingetauscht.

Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden dabei Supermarktgutscheine bevorzugt - nach Ansicht der Polizei ein deutliches Zeichen für die finanziellen Schwierigkeiten vieler US-Bürger in Zeiten der Finanzkrise.

«Die Leute haben im Moment einfach kein Geld mehr, um Essen zu kaufen», kommentierte Byron Woods am Montag im Fernsehsender Fox 11 das Desinteresse an Elektronikgutscheinen.

«Ein Mann kam herein und sagte, ihm sei gerade gekündigt worden. Er hat fünf Waffen auf den Tisch gelegt und gesagt, das würde ihm sehr dabei helfen, seine Familie zu ernähren.»

Im Stadtteil Compton ist die Wahrscheinlichkeit, durch eine Kugel zu sterben, zehn Mal grösser als in anderen Landesteilen. Die Polizei prüft, ob die abgegebenen Waffen bei Verbrechen eingesetzt wurden, und verschrottet sie anschliessend.

(sda)

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