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WetterKalte Sophie bringt Schnee und Hagel

Der langersehnte Regen am Wochenende hat die Trockenheit gemindert. Der Kälteeinbruch liess aber auch einen Tornado aufkommen. Im Thurgau wurden sieben Personen von einem Blitz zu Boden geschleudert.

von
ann

Eiskalt hat Sophie einige Regionen der Schweiz durchgeschüttelt. Aus Bassersdorf meldete Leser-Reporter Markus Graber am Sonntagnachmittag dichten Hagel. Die Wiese vor seinem Haus war bereits weiss.

In den meisten Teilen der Schweiz fiel aber Regen und kein Hagel. Besonders viele der ersehnten Tropfen fielen längs der Voralpen, nämlich 30 bis 50 Liter oder Millimeter pro Quadratmeter. Laut MeteoNews wurde damit die Trockenheit vielerorts stark gemindert.

Schneeflocken bis auf 1000 Meter

In den östlichen Voralpen, zum Beispiel in Elm GL, gab es gar Schneeflocken bis auf 1000 Meter. Auf den Alpenpässen fielen 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee. Die nach der Wintersperre bereits geöffneten Pässe Furka, Grimsel, Klausen und Nufenen mussten am Wochenende wieder gesperrt werden, wie Viasuisse berichtete.

Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung erwartete bis Sonntagabend oberhalb von rund 2700 Metern am Alpennordhang vom östlichen Berner Oberland bis Liechtenstein sowie Nordbünden 20 bis 30 Zentimeter, sonst verbreitet 10 bis 20 Zentimeter.

Blitz schleudert sieben Personen zu Boden

In das regennasse Spielfeld des Fussballplatzes Kett in Sirnach TG schlug am Sonntag kurz vor 12.30 Uhr ein Blitz während des 2.- Liga-Fussballspiels zwischen dem FC Sirnach und dem FC Weesen ein. Durch die Energie des Blitzeinschlags wurden sieben Personen zu Boden geschleudert: je zwei Spieler der beiden Fussballclubs, der Schiedsrichter und zwei Balljungen.

Wie die Kantonspolizei Thurgau mitteilte, wurden nach einer medizinischen Erstversorgung drei von ihnen zur Kontrolle vom Rettungsdienst ins Spital gebracht. Nach ersten Erkenntnissen war niemand von einem direkten Blitzeinschlag betroffen. Das Fussballspiel wurde abgebrochen.

Ein Blitz schlug am Sonntagmittag auch in die Barrieren-Anlage eines Bahnüberganges im Tösstal im Kanton Zürich ein. Weil die Barriere und weitere Signale nicht mehr bedient werden konnten, musste der S-Bahnbetrieb der Linie 26 unterbrochen werden. Zwischen Rikon und Wila verkehrten Ersatzbusse, wie die SBB mitteilte.

Tornado im Zugerland

Am Sonntagvormittag entwickelte sich im Zugerland ein Tornado. Der Wirbelsturm konnte um 10.30 Uhr zwischen Zug und Cham beobachtet werden. Er vermochte sich allerdings kaum eine Minute zu halten, wie SF Meteo berichtete.

Der Tornado entstand im Einzugsbereich der Höhenkaltluft. Während am Boden Südwestwind feuchte und mässig kühle Luft zur Zentralschweiz brachte, drehte der Wind in der Höhe auf Nordwest. Er brachte deutlich kältere Luftmassen, und mit der Winddrehung erhielt der Tornado seine Energie.

Stellenweise trocken und warm

Nur wenig Niederschläge gab es in der West- und Nordschweiz. Dort fielen 2 und 7 mm Regen, ebenso im westlichen Tessin und in der Surselva. Am trockensten blieb es mit knapp 1 mm im Oberwallis.

Im Norden herrschte am Sonntag wechselhaftes und 10 bis 15 Grad kühles «Aprilwetter». Im Süden putzte böiger Nordwind die Wolken weg und trieb das Thermometer bis auf 20 Grad. Aber auch im Norden werden die nächsten Tage rasch wieder schöner und wärmer. (ann/sda)

Tornados in der Schweiz:

In der Schweiz treten pro Jahr einer bis fünf Tornados auf, am häufigsten im Spätsommer über dem Jura oder an den Jurarandseen. Die verheerendsten Tornados in der Schweiz fanden 1890 und 1971 im Vallée de Joux und im Juni 1926 in La Chaux-de-Fonds statt.

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