Ex-Nati-Goalie Roman Bürki – «Kam aus den Ferien zurück und war die Nummer 38 statt die Nummer 1»
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Ex-Nati-Goalie Roman Bürki«Kam aus den Ferien zurück und war die Nummer 38 statt die Nummer 1»

Roman Bürki ist bei Borussia Dortmund aus Rang und Traktanden gefallen. Vor seinem Abgang bei Schwarz-Gelb gab der 31-Jährige Einblicke in seine Gefühlswelt.

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Roman Bürki spielt bei Borussia Dortmund keine Rolle mehr.

Roman Bürki spielt bei Borussia Dortmund keine Rolle mehr.

imago images/RHR-Foto
Mittlerweile hat der Berner einen neuen Verein gefunden.

Mittlerweile hat der Berner einen neuen Verein gefunden.

St. Louis City SC
Der ehemalige Nati-Goalie schliesst sich St. Louis SC an.

Der ehemalige Nati-Goalie schliesst sich St. Louis SC an.

Patrick Scheiber/Jan Huebner/Pool

Darum gehts

Er ist der grosse Verlierer zwischen den BVB-Pfosten: Ex-Nati-Goalie Roman Bürki. Die einst gefeierte Stammkraft sitzt beim Bundesliga-Zweiten schon länger nicht einmal mehr auf der Ersatzbank. Wenige Wochen nach Bekanntgabe seines Transfers zum neuen MLS-Team St. Louis City SC erzählt Bürki gegenüber den «Ruhr Nachrichten», wie er seinen Niedergang bei Borussia Dortmund erlebt hat.

«Ich kam aus den Ferien zurück und war nicht mehr die Nummer 1, sondern die Nummer 38», liess sich Bürki zitieren. Was war passiert? Im Jahr 2021 hatte sich der mittlerweile 31-Jährige eine Schulterverletzung zugezogen und wurde vorerst von Landsmann Marwin Hitz verdrängt. Dann, im Sommer 2021, holte Dortmund für rund 15 Millionen Franken den Nati-Goalie Gregor Kobel vom VfB Stuttgart. 

«Den Menschen dahinter sehen»

Die Botschaft der Vereinsführung ist klar: Der heute 24-jährige Kobel ist der Mann der Zukunft. Bürki spielt langfristig keine Rolle mehr. Der Stempel auf der Botschaft: Kobel erhält die Rückennummer 1, Bürki muss sich fortan mit der Nummer 38 zufriedengeben. «Ich habe die Situation als schwierig empfunden», schildert der Berner, «man sollte auch den Menschen dahinter sehen.» Einen Groll auf Kobel hat er dennoch nicht: «Es war ja nicht Gregor Kobel, der gesagt hat, jetzt komme ich, du spielst nicht mehr. Er macht seine Sache gut.»

Bürki, der 2015 für rund 3,5 Millionen Franken vom SC Freiburg geholt worden war und lange Zeit brillierte, hat mittlerweile seit Mai 2021 keinen Einsatz mehr bestritten. «Ich habe sehr viel gelernt über den Fussball und zuletzt auch darüber, wie das Business tickt», so Bürki. Man müsse die Zusammenhänge im Ganzen verstehen, das könne knallhart sein und von einem Tag auf den anderen ein Wechselbad der Gefühle bescheren.

Noch lange keinen Einsatz

Trotz aussichtsloser Situation blieb Bürki motiviert – er trainierte fleissig und zeigte sich als Teamplayer. Der neunfache Nati-Goalie: «Meine Mannschaftskollegen und der Betreuerstab haben einen grossen Teil dazu beigetragen, dass ich positiv und wirklich topfit geblieben bin.» Vor seiner künftigen Führungsaufgabe beim neuen MLS-Franchise St. Louis ist er so dennoch von seinen Fähigkeiten überzeugt. «Ich musste lernen, mich von diesem immerwährenden Druck zu befreien», so Bürki. 

Speziell seinen Trainern sei er dankbar, ohne deren Unterstützung er es nicht ausgehalten hätte, «ein Jahr ohne Aussicht auf Einsätze nur zu trainieren». Auf diese Hilfe wird er auch noch eine ganze Weile angewiesen sein. Bis zu seinem Abgang bei Dortmund im Sommer wird er wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Und der erste Ernstkampf mit St. Louis ist erst nach Eintritt des Clubs in die nächste MLS-Saison im März 2023 zu erwarten. 

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(sih)

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