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UnfallpräventionKamera erkennt betrunkene Passagiere

Bei Unfällen zwischen Zug und Mensch in Japan sind die betroffenen Personen meistens alkoholisiert. Mit einer Kamera sollen torkelnde Passagiere nun frühzeitig erkannt werden.

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Japans Behörden warnen Metro-Reisende in einer Kampagne vor Torkeln am Rand des Perrons.

Japans Behörden warnen Metro-Reisende in einer Kampagne vor Torkeln am Rand des Perrons.

Screenshot www.mlit.go.jp
Laut Statistik sind in 61 Prozent der Unfälle zwischen Mensch und Zug betrunkene Personen involviert.

Laut Statistik sind in 61 Prozent der Unfälle zwischen Mensch und Zug betrunkene Personen involviert.

Screenshot www.mlit.go.jp
Die neuen Sicherheitskameras erkennen ungewöhnliche Bewegungen der Passagiere und leiten die Information an das Personal weiter.

Die neuen Sicherheitskameras erkennen ungewöhnliche Bewegungen der Passagiere und leiten die Information an das Personal weiter.

Screenshot www.westjr.co.jp

Betrunkene Passagiere machen den japanischen Bahnbetreibern Sorgen. Denn wenn es zu Unfällen zwischen Zug und Mensch kommt, ist die angefahrene Person in 61 Prozent der Fälle alkoholisiert, zitiert der «Asienspiegel» aus der nationalen Verkehrsstatistik von 2013. Mehr als 10 Prozent dieser Unfälle endeten tödlich.

Zur Prävention haben die Behörden schon vielerlei Massnahmen ergriffen: Schutzwände zwischen Bahnsteig und Geleise, auffällige Bodenmarkierungen und Notfallknöpfe. Nach dem Onlineportal streben sie nun danach, die Unfälle auf dem Bahnsteig auf null zu senken. Dabei setzten sie auf Spitzentechnologie. So können neue Sicherheitskameras auffällige Bewegungen bei Personen auf dem Perron automatisch erkennen. Die Kameras registrieren jedoch nicht nur Schwanken sondern auch überdurchschnittlich langes Sitzen oder Liegen auf Wartebänken – was das System sofort dem Sicherheitspersonal meldet.

Diese Woche hat der Betreiber JR West im Bahnhof Kyobashi in Osaka bereits 46 solcher Kameras in Betrieb genommen – eine Premiere in Japan. Bewährt sich das System, plant er auch andere Stationen damit auszurüsten.

Gefahr: Torkeln und Blick aufs Smartphone

Neben dem Einsatz neuester Technik appellieren die Behörden aber auch an die Reisenden selbst. Derzeit fahren sie eine Plakatkampagne, die auf die Gefahren auf dem Perron aufmerksam macht.

Auf den bunten Illustrationen sind zwei offensichtlich betrunkene Geschäftsmänner zu sehen, die gefährlich nahe am Rand des Bahnsteigs entlangtorkeln. «Schwankend (Chidori-aruki) oder mit dem Blick aufs Smartphone (Aruki-Sumaho) zu gehen, ist gefährlich!» Wer einen Sturz beobachte, solle sofort den Notfallknopf drücken, heisst es.

Eine weitere neue Sicherheitsvorkehrung sind nach «Asienspiegel» Wartebänke, die, anstatt wie bisher parallel zu den Gleisen, im rechten Winkel dazu platziert sind. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die alkoholisierte Person beim Aufstehen nicht direkt Richtung Schienen wankt und möglicherweise in die Tiefe stürzt.

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