Adieu, süsser Hasi: Kameramann stolpert, Keinohrhase tot
Aktualisiert

Adieu, süsser HasiKameramann stolpert, Keinohrhase tot

Eigentlich war der Mann gekommen, um den gerade geborenen Hasen ohne Ohren weltberühmt zu machen. Doch dann geschieht ein fatales Missgeschick.

von
phi
Keinohrhase Til lebte von 2012 bis 2012 und somit viel zu kurz. Selbst die USA tragen deshalb Trauer.

Keinohrhase Til lebte von 2012 bis 2012 und somit viel zu kurz. Selbst die USA tragen deshalb Trauer.

Ortstermin in Limbach-Oberfrohna nahe Chemnitz: Der Zoo verkündet vor versammelter Presse, dass zwei Wochen zuvor ein kleiner Hase das Licht der Welt erblickt hat. Das allein wäre nicht ungewöhnlich, wenn das Neugeborene nicht beide Löffel abgegeben hätte. Das Muttertier hat sie offenbar abgekaut, was dem Zoo wiederum einen waschechten «Keinohrhasen» beschert hat. Nach der gleichnamigen Komödie mit Til Schweiger ist das natürlich ein gefundenes Fressen für die Medien.

Die Journalisten spekulierten, dass der deutsche Schauspieler die Patenschaft für das handicapierte Tier übernehmen solle, doch dann nahm das grausame Schicksal seinen Lauf – und trat das Lebensrecht des kleinen Nagers mit Füssen. Ein Kameramann filmte gerade den sechs Quadratmeter grossen Stall des Häschens, als er rückwärts gehend plötzlich ein knackiges Geräusch vernahm. Keinohrhase hat den Fuss vielleicht kommen sehen, aber er hatte keine Chance und verstarb in den eigenen vier Wänden, bevor seine Karriere richtig losgehoppelt war.

«Gerade jetzt»

Tierparkleiter Uwe Dempewolf rang «kurz nach dem Unfall sichtlich um Fassung», bemerkt betroffen der «Spiegel» und lässt sich sagen: «Wir sind alle geschockt und können es kaum fassen.» Keinohrhase sei der Liebling der Mitarbeiter gewesen und eigentlich hatte der Zoo mit einem Besucherzuwachs gerechnet.

«Wir haben uns so darauf gefreut, den kleinen Kerl zu präsentieren und hier aufwachsen zu sehen.» Bei der «Bild» ergänzt der 53-jährige Dempewolf: «Gerade jetzt wo die Anfrage läuft, ob wir ihn offiziell Til nennen dürfen.»

Wird der Tierpark den Hasenkiller nun verklagen? Dempewolf gibt sich handzahm: «Es war ein unglücklicher Unfall und natürlich keine Absicht.» Wenigstens kommt der Zoo von Limbach-Oberfrohna ins Gerede. Immerhin hat sich der niederschmetternde Unfall schon bis in die USA herumgesprochen. «Rare Baby Bunny Killed By Cameraman at Moment of Fame», titelt die stark frequentierte Website «Gawker.com» und dichtet: «You lived your life like a candle in the east German wind; which is to say, not for very long.»

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