Gesunkenes Kriegsschiff: Kamikaze-U-Boot aus Nordkorea?
Aktualisiert

Gesunkenes KriegsschiffKamikaze-U-Boot aus Nordkorea?

Die Spekulationen um den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs reissen nicht ab. Eine Zeitung berichtet von Warnungen vor einem Selbstmordangriff Nordkoreas.

Der Bug des Unglücksschiffs wird mit einem Kran gehoben.

Der Bug des Unglücksschiffs wird mit einem Kran gehoben.

Die «Cheonan» war am 26. März nach einer Explosion nahe der umstrittenen Seegrenze zu Nordkorea gesunken, mindestens 38 Seeleute kamen dabei ums Leben. Acht weitere gelten als vermisst. Am Freitag wurde der Bug des Kriegsschiffs geborgen. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass sich die verheerende Explosion nicht an Bord, sondern ausserhalb des Schiffes ereignete.

Anfangs kreisten die Vermutungen um eine nordkoreanische Seemine, die möglicherweise aus der Zeit des Korea-Kriegs 1950-53 stammt. Das südkoreanische Massenblatt «Chosun Ilbo» berichtete nun jedoch, schon Wochen vor dem Untergang der «Cheonan» habe der Geheimdienst die Marine vor Selbstmordanschlägen auf südkoreanische Schiffe gewarnt. Nordkorea habe winzige U-Boote gebaut, die direkt neben dem Angriffsziel explodierten, schrieb die Zeitung. Dabei werde der Tod der U-Boot-Besatzung in Kauf genommen.

Vergeltungsschlag für Seegefecht?

Die südkoreanischen Streitkräfte wollten den Bericht nicht kommentieren. Laut «Chosun Ilbo» handelt es sich um einen möglichen Vergeltungsschlag für ein Seegefecht im letzten November, bei dem ein nordkoreanischer Soldat starb und drei weitere verwundet wurden. Ein hochrangiger Überläufer aus dem Norden erklärte, Diktator Kim Jong Il habe den Angriff persönlich angeordnet: «Wir wissen, dass sich Kim Jong Il auf einen solchen Vorfall vorbereitet hat», sagte Hwang Jang Yop, ein ehemaliger Sekretär der nordkoreanischen Arbeiterpartei, der 1997 in den Süden geflüchtet war.

Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete am Donnerstag, der militärische Geheimdienst sei schon kurz nach dem Untergang der «Cheonan» zu dem Schluss gekommen, ein von Nordkorea abgefeuerter Torpedo habe das Kriegsschiff versenkt. Eine entsprechende Analyse sei an das Büro von Präsident Lee Myung Bak geschickt worden, schrieb Yonhap. Lees Büro wies diesen Bericht aber zurück. Der Präsident hatte diese Woche erklärt, Südkorea werde auf das Ergebnis der Untersuchung «entschieden und standhaft» reagieren. (dapd)

Deine Meinung