Aktualisiert 23.11.2015 17:23

Küssnacht

Kaminbrand brach aus, als Bewohnerinnen schliefen

Zwei Frauen entgingen am Sonntag bei einem Kaminbrand in Küssnacht knapp dem Tod. Experten warnen: In offenen Holzfeuern lauern allerlei Gefahren.

von
pz
Ungenügend getrocknetes Holz löst häufig einen Kaminbrand aus.

Ungenügend getrocknetes Holz löst häufig einen Kaminbrand aus.

Die Tage werden kälter und die gemütlichen Abende mit kuschliger Wolldecke und warmen Tee vor dem beheizten Kamin häufiger. Doch Holz- und Kaminöfen bergen auch Gefahren.

Erst am Sonntag hatten zwei Frauen in Küssnacht Glück im Unglück: Während sie schliefen brach in ihrem Haus ein Kaminbrand aus. Dank eines aufmerksamen Nachbarn, der Rauch wahrnahm und die beiden warnte, konnte Schlimmeres verhindert werden. Gemäss der Kantonspolizei Schwyz muss die Feuerwehr wegen solchen Vorfällen ab und zu ausrücken: «Zu Gebäudeschäden kommt es nicht oft, aber harmlos sind Kaminbrände nicht», sagt Polizei-Sprecher David Mynall.

Grösste Gefahr: Feuchtes Holz

Laut Beat von Euw, Brandschutzexperte der Gemeinde Schwyz kann etwa ungenügend getrocknetes Holz unangenehme Konsequenzen haben: «Der feuchte Anteil des Holzes schlägt sich an der Kaminwand nieder.» Dieser sogenannte Glanzruss entstehe bei einer unvollständigen Verbrennung von Holz. Der Glanzruss verfestigt und wird hart wie Beton. In diesem Zustand fängt er leichter Feuer. Dies hat Folgen: «Beim Anfeuern des Holzes gerät der Russ in den Kamin und entzündet sich.»

Auch für Abfallsünder kann das Verbrennen von Güsel im Cheminée ein Nachspiel haben. «Das Verbrennen von Plastik und Karton ist gefährlich», betont von Euw. Auch diese Stoffe lagern sich ab. Es gebe immer wieder Übeltäter, welche auf diese Art und Weise den Abfall entsorgen wollen. Solche Missetäter könne man aber mittlerweile anhand einer Analyse der Asche ausfindig machen.

Überprüfen der Feuerungsanlagen empfohlen

Gemäss dem Brandschutzexperten ist es seit diesem Jahr keine Pflicht mehr, ein Löschmittel im Wohnungsbereich zu haben. Von Euw empfiehlt dies aber dringend. So könne man beispielsweise im Winter einen Wasserschlauch in der Waschküche montieren.

Um Kaminbrände zu vermeiden ist eine regelmässige Wartung von Feuerungsanlagen notwendig, rät Stephan Gisi, Geschäftsführer des Schweizerischen Kaminfegermeister-Verbands. «Unsere Fachleute können bei Russ-Ablagerungen im Kamin die nötigen Massnahmen ergreifen.» Laut Gisi ist es auch wichtig, das Kaminfeuer nicht unbeaufsichtigt zu lassen: «Ich lasse Kerzen auch nicht unbewacht auf dem Christbaum brennen.» Bei Kachelöfen sei dies weniger dramatisch. Diese seien geschlossen und die Sicherheit sei besser gewährleistet.

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