Kampagne gegen Jugendarbeitslosigkeit
Aktualisiert

Kampagne gegen Jugendarbeitslosigkeit

Mit ihrer am Freitag lancierten Kampagne «Zukunft jetzt» velangen der Gewerkschaftsbund und Jugendverbände energische Massnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Mit Lehrstellenkonferenzen der Politiker sei es nicht getan.

Die Anstellung und Ausbildung von Jugendlichen müsse zur nationalen Priorität erklärt werden, verlangten Vertreterinnen und Vertreter der Jugendkommission des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und weiterer dem Schweizerischern Komitee gegen Jugendarbeitslosigkeit angeschlossener Organisationen.

Lage nicht verharmlosen

Mit Lippenbekenntnissen der Politik sei es nicht getan. Wenn das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die Lage für Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt als angespannt beschreibe, sei das eine Verharmlosung.

23 000 Jugendliche seien nach dem jüngsten Lehrstellenbarometer zu «Übergangslösungen verdammt», sagte Jean-Christophe Schwaab, der Präsident der SBG-Jugendkommission.

Die Hoffnung der Politik auf die Demografie täusche. Zwar gingen ab 2009 die Zahlen der Schulabgänger zurück. Es sei aber erwiesen, dass einem solchen Rückgang immer ein Rückgang bei den Ausbildungsplätzen folge. Jugendliche aus Migrationsfamilien oder mit schwächeren Schulleistungen blieben weiter auf der Strecke.

«Trittbrettfahrer» zur Kasse

Um der Misere abzuhelfen, verlangt das Komitee in der Kampagne «Zukunft jetzt» kantonale Fonds für die Berufsbildung. Solche Fonds würden Lehrbetriebe entlasten und «Trittbrettfahrer» zur Kasse bitten. In Westsschweizer Kantonen seien die Erfahrungen positiv.

Der Bund soll den Kantonen die Finanzmittel überweisen, damit diese ihre vom neuen Berufsbildungsgesetz vorgeschrieben neuen Aufgaben auch erfüllen können. Insgesamt müssten die Bildungsausgaben um 8 bis 10 Prozent steigen.

Weiter sollen Schulschwache gezielt gefördert werden. Übergangslösungen dürften nicht blosse «Warteschlaufen» sein. Immerhin habe das Motivationssemester vor den Sparplänen des SECO gerettet werden können. In diesen Motivationssemestern erhalten arbeitslose Jugendliche 450 Franken im Monat.

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, organisiert das Komitee am 23. März sieben bis zehn regionale Lehrstellenkonferenzen in der ganzen Schweiz. Diese Konferenzen sollen im Gegensatz zur Lehrstellenkonferenz vom 13. November mit Bundesrätin Doris Leuthard in Genf die Nöte der Jugendlichen real aufgreifen, hiess es am Freitag.

Im September betrug die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen zwischen 15 und 24 in der Schweiz 4,4 Prozent oder in absoluten Zahlen 24 412 Personen. Die Quote in der Gesamtbevölkerung belief sich auf 3,1 Prozent. (sda)

Deine Meinung