Bern: Kampagne gegen sexuelle Gewalt
Aktualisiert

BernKampagne gegen sexuelle Gewalt

Zwei Bernerinnen machen sich stark gegen sexuelle Gewalt. Sie haben neu einen Blog zum Thema lanciert.

von
Nathalie Jufer
Kampagnenleiterin Rahel Ruch und Rapperin Big Zis. Foto: meo

Kampagnenleiterin Rahel Ruch und Rapperin Big Zis. Foto: meo

Sex-Attacken sind in Bern traurige Normalität: «Im Schnitt untersuchen wir mehr als eine Frau pro Woche wegen sexueller Übergriffe», sagt Cornelia Engl, Ärztin der Frauenklinik im Inselspital Bern. Typische Opfer gebe es nicht, sie habe schon Frauen von 14 bis 85 Jahre behandelt.

Engl und weitere Berner Fachfrauen geben ab heute im Blog «Spuren starker Frauen» Einblick in ihren Alltag. Ins Leben gerufen wurde das Web-Projekt von Sozialarbeiterin Sandra Schertenleib und Ärztin Jenny Lütjens vom Universitätsspital anlässlich der Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». «Er soll eine Würdigung sein von Frauen, die sich täglich für Betroffene einsetzen», erklärt Schertenleib die Idee.

Aktiv ist man auch in der Stadt Biel. Am 2. Dezember wird dort der Verein Mädchenhouse des Filles Biel-Bienne gegründet. Eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten hat sich zum Ziel gesetzt, einen Zufluchtsort für gewalt­betroffene Mädchen zu schaffen. Ein solches Mädchenhaus existiert bis jetzt nur in der Stadt Zürich.

www.famplabern.blogspot.com

«Wir wollen in der diesjährigen Kampagne vor allem die Wege aus der Gewalt aufzeigen», so die Verantwortliche Rahel Ruch (links im Bild). Mit einer Strassenaktion auf dem Käfigturmplatz wurde gestern die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» gestartet. Bereits das vierte Mal wird in verschiedenen Schweizer Städten mit Vorträgen, Konzerten und Filmvorführungen auf die Problematik aufmerksam gemacht. Mit von der Partie: die Zürcher Rapperin Big Zis (rechts). Sie beteiligt sich mit einem selbst geschriebenen Text und war beim Berner Startschuss gestern anwesend.

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