Basel: Kampf dem Elend der Streunerbüsis in der Stadt
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BaselKampf dem Elend der Streunerbüsis in der Stadt

Verwilderte und unkastrierte Katzen vemehren sich in den Städten ungebremst. Auf Basels Strassen sind dutzende Streuner unterwegs – die Tierheime sind am Anschlag.

von
daf
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Katzenelend mitten in Basel: Tierschützer versorgen verwilderte Katzen mit Futter, fangen sie ein und kastrieren sie.

Katzenelend mitten in Basel: Tierschützer versorgen verwilderte Katzen mit Futter, fangen sie ein und kastrieren sie.

NetAP
Damit wollen sie Fälle wie diesen verhindern: Die wilde Katze Birdie litt an Krankheiten und einer kaputten Lunge. Eine Mitarbeiterin des Network for Animal Protection (NetAP) fand sie im Basler Stadtquartier St. Johann.

Damit wollen sie Fälle wie diesen verhindern: Die wilde Katze Birdie litt an Krankheiten und einer kaputten Lunge. Eine Mitarbeiterin des Network for Animal Protection (NetAP) fand sie im Basler Stadtquartier St. Johann.

NetAP
Birdie wurde in eine Notfall-Tierklinik gebracht und versorgt.

Birdie wurde in eine Notfall-Tierklinik gebracht und versorgt.

NetAP

Birdie liegt erschöpft im Gras. Eine Tierschützerin findet die wild lebende Katze im Basler St. Johann-Quartier und bringt sie in die Notfallstation. Doch die Hilfe kommt zu spät, die Katze stirbt. Ihr Hintern sei voller Maden, der Bauchraum voller Eiter und ihre Lunge stark geschädigt gewesen. «Birdie musste erlöst werden», schreibt das Network for Animal Protection (NetAP) auf Facebook.

Für die Schweizer Tierschutzorganisation ist es ein Fall, wie er in der Schweiz viel zu häufig vorkomme. Sie will am Beispiel von Birdie auf die vielen wilden Katzen aufmerksam machen, die auf Schweizer Strassen leben. Und auf die Qualen, die sie oftmals durchmachen müssten.

«Die Lage ist fatal»

«Wir kämpfen um das Leben jedes Tieres. Aber bei Birdie war die Lage wirklich aussichtslos», sagt NetAP-Präsidentin Esther Geisser. Vor einigen Wochen habe die Katze noch Junge zur Welt gebracht. Junge, die geboren wurden, weil wilde Katzen wie Birdie nicht kastriert sind. Junge, die danach wild auf den Strassen von Basel leben.

Allein im Stadtquartier St. Johann würden rund 40 verwilderte Tiere herumstreunen, berichtet Geisser. Diese würden sich immer weiter vermehren. «Die Lage ist fatal», so Geisser. «Wir wissen nicht mehr, wo wir all die verwilderten Katzen unterbringen sollen. Die Tierheime sind völlig überlastet.»

Jungtiere haben noch eine Chance

Tragisch daran sei, dass das Problem menschengemacht sei. «Viele Besitzer wollen ihre Katzen nicht kastrieren. Denn sie finden kleine Kätzchen süss. Aber sobald es Probleme mit den Tieren gibt und sie Kosten verursachen, schaut man weg. Das geht einfach nicht.» NetAP und andere Tierschützer fordern deshalb eine Kastrationspflicht, damit sich das Problem nicht weiter ausbreitet.

Seit einigen Tagen sind NetAP-Mitarbeiter im Quartier St. Johann nun daran, wilde Katzen einzufangen und zu kastrieren. Die erwachsenen Tiere werden in einer Tierarztpraxis kastriert, Katzenkinder und trächtige Tiere werden ins Katzenheim in Muttenz gebracht. «Jungtiere werden dort versorgt und dann wenn möglich in Privathaushalte vermittelt», so Geisser. Sie könnten im Gegensatz zu den meisten Muttertieren noch an Menschen gewöhnt werden. Ausgewachsene Tiere würden nach der Kastration wieder im angestammten Revier frei gelassen.

Wilde Katzen «in der ganzen Stadt»

Auch der Tierschutzbund Basel Regional, der das Katzenheim betreibt, berichtet von ernsten Zuständen in Basel. «Das St. Johann-Quartier ist kein Einzelfall. Wilde Katzenpopulationen gibt es an verschiedenen Orten in der ganzen Stadt», sagt Geschäftsführerin Mahena Haizmann.

Das kantonale Veterinäramt weiss, dass in Basel wilde Katzen leben. Wie viele es aber genau sind, kann man dort nicht sagen. Eine Sprecherin erklärt auf Anfrage, dass man bislang keine Zunahme der Wildkatzenpopulation verzeichnet habe. Zudem sei es für Passanten schwierig, eine wilde Katze von einer Hauskatze zu unterscheiden. «Im Zweifelsfall immer mit dem Veterinäramt Kontakt aufnehmen», sagt sie.

Genau hier liegt nach Meinung Geissers das Problem: Verwilderte Katzen würden in der Regel nicht den Behörden, sondern Tierschutzorganisationen gemeldet. «Die Behörden bekommen somit gar nicht mit, wie schlimm die Situation der Katzen in der Schweiz ist.»

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