St. Gallen: Kampf dem Kampftrinken

Aktualisiert

St. GallenKampf dem Kampftrinken

Die Regierung will bis 2014 den Alkohol-Konsum drastisch reduzieren. Im Visier sind vor allem junge Kampftrinker, die immer häufiger im Spital landen.

von
Tobias Bolzern

Im Kanton St. Gallen trinkt jeder Fünfte zwischen 15 bis 74 Jahren regelmässig zu viel Alkohol. Eine zu hohe Quote, findet die Regierung und hat deshalb den Alkohol-Aktionsplan 2010–2014 ausgearbeitet. Mit Hilfe des Pakets soll der Trinker-­Anteil auf 16 Prozent gesenkt werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei bei Kindern und ­Jugendlichen. Denn laut dem Gesundheitsdepartement hat sich die Zahl der Jugendlichen, die wegen übermässigen Alkohol-Konsums im Spital landeten, von 2008 auf 2009 fast ­verdoppelt.

Dem will man entgegen­wirken: «Mit Prävention können wir hier schon früh eine spätere Alkohol-Karriere unterbinden», sagt Gesundheits­direktorin Heidi Hanselmann. Bis 2014 soll die Präsenz an Schulen verstärkt werden. «Mit Rollenspielen sollen Jugend­liche lernen, Nein zu sagen und dem Gruppendruck zu widerstehen», so Hanselmann.

Doch es sind auch härtere Gesetze geplant: Alkohol-Werbung auf öffentlichem Grund soll eingeschränkt und der Verkauf von Alkohol in Läden und «über d'Gass» an Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 22 und 7 Uhr verboten werden. Wie die Massnahmen konkret umgesetzt werden, kann das Gesundheitsdepartement jedoch noch nicht sagen.

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