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Mayweather vs. McGregorKampf des Jahres beschert Boxern Hunderte Millionen

Der irische Kampfsportler Conor McGregor fordert den US-Boxer Floyd Mayweather heraus. Egal, wer den Ring als Sieger verlässt: Finanziell lohnt es sich für beide.

von
F. Lindegger
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23. August 2017Floyd Mayweather (l.) und Conor McGregor treffen in der Nacht auf Sonntag endlich aufeinander. Am Mittwoch fand im MGM Grand in Las Vegas die letzte Pressekonferenz statt.

23. August 2017Floyd Mayweather (l.) und Conor McGregor treffen in der Nacht auf Sonntag endlich aufeinander. Am Mittwoch fand im MGM Grand in Las Vegas die letzte Pressekonferenz statt.

AFP/John Gurzinski
Natürlich schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts und deckten sich gegenseitig mit Sprüchen ein.

Natürlich schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts und deckten sich gegenseitig mit Sprüchen ein.

AFP/Ethan Miller
Um diesen mit Diamanten, Saphiren, Smaragden und Gold bestückten Gürtel des Profibox-Weltverbandes WBC geht es.

Um diesen mit Diamanten, Saphiren, Smaragden und Gold bestückten Gürtel des Profibox-Weltverbandes WBC geht es.

AP/John Locher

In der Nacht auf Sonntag steht in der T-Mobile-Arena in Las Vegas der grösste Boxkampf des Jahres an: Der irische MMA-Kämpfer Conor «Notorious» McGregor fordert den mehrmaligen US-Box-Champion Floyd «Money» Mayweather. Der sportliche Wert des Grossereignisses ist umstritten. Unbestritten ist, dass es um sehr viel Geld geht. Schätzungen gehen davon aus, dass der Kampf über 600 Millionen Dollar einbringen wird. Doch woher stammt das Geld im Box-Business?

Tickets

Gut 19'000 Zuschauer fasst die Arena in Las Vegas. Die billigsten Tickets kosteten im Vorverkauf rund 500 Dollar, die teuersten 10'000. Online werden inzwischen bis zu 70'000 Dollar für die besten Plätze verlangt. Der US-Sender ESPN rechnet vor, dass bei den offiziellen Verkäufen ein Durchschnittspreis von rund 3600 Dollar erzielt wurde. Das Boxspektakel würde so alleine mit den Eintritten rund 70 Millionen Dollar generieren.

Pay-TV

Die wichtigen Box-Kämpfe gibt es in den USA, dem mit Abstand wichtigsten TV-Markt, nur bei Bezahlsendern und gegen eine Zusatzgebühr zu sehen. Wer das Spektakel in den USA live im Fernsehen verfolgen will, muss ganze 99.95 Dollar hinblättern. Für die Schweiz sicherte sich Teleclub die Rechte. Dana White, Präsident der MMA-Organisation, bei der McGregor normalerweise unter Vertrag steht, erwartet allein in den USA fünf Millionen zahlende TV-Zuschauer. Das würde rund 500 Millionen Dollar einbringen. Dazu kommen weitere Einnahmen durch den Verkauf der internationalen Übertragungsrechte.

Wetten

Boxen ist für die Wettanbieter ein gutes Geschäft. Da passt es, dass die grossen Matches in der US-Spielerstadt Las Vegas über die Bühne gehen. Wie gross die Einnahmen der Wettanbieter sein werden, ist schwierig abzuschätzen. Die Buchmacher erwarten aber, dass das Wettvolumen das grösste der Box-Geschichte sein wird. Der bisherige Spitzenwert wurde 2015 bei Mayweather gegen Manny Pacquiao mit rund 60 Millionen Dollar aufgestellt. Von den Wettanbietern wird McGregor, der noch nie einen Profi-Boxkampf bestritt, als krasser Aussenseiter gehandelt.

Sponsoren

Beide Sportler haben lukrative Sponsoren-Verträge. Die Schweizer Uhrenfirma Hublot etwa soll mindestens eine Millionen Dollar für einen Platz auf der Hose von Mayweather bezahlt haben. Laut dem «Telegraph» nimmt der US-Boxer bei seinem Auftritt mit den Logos auf seiner Hose insgesamt rund 15 Millionen Dollar ein. McGregor wird unter anderem vom Wettanbieter Betsafe und vom Engergydrink-Hersteller Monster gesponsert.

Wie viel McGregor und Mayweather dafür kassieren, damit sie gegeneinander in den Ring steigen, hängt vor allem davon ab, wie viele TV-Zuschauer bereit sind, für den Kampf zu bezahlen. Falls die jüngsten Erwartungen eintreffen, erhielten McGregor und Mayweather insgesamt rund 400 Millionen Dollar. Sicher ist, dass der Löwenanteil des Preisgeldes an den US-Boxer geht. Der 40-jährige Mayweather war 2015 eigentlich vom Boxsport zurückgetreten. Nur mit der Aussicht auf einen fetten Zahltag liess er sich zu einem Comeback bewegen. Es wird davon ausgegangen, dass Mayweather 70 bis 75 Prozent der Prämie einsackt. McGregor wirds verkraften können, bleiben doch für ihn immer noch rund 100 Millionen Dollar übrig.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hiess es, dass Dazn den Kampf live überträgt. Das gilt allerdings nur für Deutschland und Österreich. Die Textstelle wurde korrigiert.

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