Aktualisiert 30.05.2006 08:40

Kampf für Jugendschutzalter 20

Die SP und die Gewerkschaften wehren sich gegen die geplante Herabsetzung des Schutzalters für Jugendliche in der Arbeitswelt. Zumindest Lehrlinge müssten bis zum 20. Altersjahr vor Nacht- und Sonntagsarbeit geschützt werden.

Das vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) getragene Bündnis für einen wirksamen Jugendschutz lancierte vor den Medien einen Appell an den Nationalrat, der am kommenden 15. Juni über das neue Jugendschutzalter beraten wird. Der Ständerat ist als erste Kammer bereits dem Bundesrat gefolgt und hat das Schutzalter für jugendliche Arbeitnehmer von 19 auf 18 Jahre und für Lehrlinge von 20 auf 18 Jahre herabgesetzt. Für eine solche Herabsetzung bestehe keinerlei Notwendigkeit, bemängelte nun SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga (BE). Denn schon heute könnten Jugendliche dort, wo es für ihre berufliche Ausbildung unentbehrlich sei, zu Nacht- und Sonntagsarbeit eingesetzt werden.

Jean-Christophe Schwaab, der Präsident der Jugendkommission des Gewerkschaftsbundes, brachte gegen die Herabsetzung gesundheitspolitische Argumente ins Feld. Der Gesundheitszustand der Jugendlichen sei schon heute nicht der beste und drohe sich bei zusätzlicher Nacht- und Sonntagsarbeit weiter zu verschlechtern. Auch das für Lehrlinge ohnehin schon höhere Unfallrisiko würde noch weiter zunehmen. Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände machte geltend, dass der Arbeitseinsatz in der Nacht oder an Sonntagen es Jugendlichen erschwere, sich zum Beispiel noch in Vereinen zu engagieren.

Gewerkschaften und Sozialdemokraten wollen sich in der anstehenden Nationalratsdebatte darum für einen Kompromiss stark machen, der laut Sommaruga auch von der CVP und elf Kantonen mitgetragen wird. Er sieht vor, dass das Schutzalter nur für jugendliche Arbeitnehmer gesenkt wird. Für Lehrlinge soll es bei 20 Jahren bleiben, damit sie im Prinzip weder in der Nacht noch an Sonntagen arbeiten müssen. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.