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G-20-TreffenKampf gegen die Krise muss weitergehen

Beim Vorbereitungstreffen für den G-20-Gipfel im September hat der britische Premierminister Gordon Brown anhaltende geeinte Anstrengungen zur Wiederbelebung der Wirtschaft gefordert. Er ist gegen den Rückzug staatlicher Rettungsschirme.

Jetzt sei ein entscheidender Augenblick, mahnte Brown auf dem Treffen der G-20-Finanzminister am Samstag in London. Die Gruppe brauche ein eindeutiges Mandat für den Einsatz für weltweites Wachstum.

Inmitten von Anzeichen für einen leichten Aufschwung warnte BBrwon rown vor Selbstgefälligkeit und Vermessenheit. Er sprach sich gegen einen jetzigen Rückzug staatlicher Hilfsprogramme aus. Auch die USA halten einen Schnitt für verfrüht, während Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sich für eine möglichst schnelle Reduzierung der Regierungshilfen stark gemacht hat.

Striktere Regeln für Boni gefordert

Brown trat an der Seite des Gastgebers, seines Finanzministers Alistair Darling, vor die Vertreter der G-20, die das Gipfeltreffen von Pittsburgh am 24. und 25. September vorbereiten sollen. Er rief zu einem entschiedeneren Stand gegenüber Steuerparadiesen auf und erneuerte Forderungen nach einer Reform des Bankensystems und einer Deckelung von Boni für Manager.

Mit dem Ruf nach strikten Regeln für die Bonus-Vergabe an Banker hatten sich auch am Freitag sieben europäische Finanzminister gemeinsam an das G-20-Treffen in London gewandt. Die Minister aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Luxemburg und den Niederlanden riefen die G-20 unter anderem auf, eine Bonus-Garantie für mehr als ein Jahr zu untersagen.

Arme Länder wollen mehr Mitsprache

US-Finanzminister Timothy Geithner brachte einen Vorschlag zu strengeren internationalen Standards für die Kapitalreserve der Banken mit nach London. In einem am Donnerstag veröffentlichten 14-seitigen Plan werden höhere Kapitalkissen für Unternehmen gefordert, deren Grösse und Verflochtenheit im Krisenfall eine Gefahr für die gesamte Stabilität des Finanzsystems darstellen.

Mehrere Entwicklungsländer erneuerten zu Beginn des Londoner Treffens mit einem Arbeitsessen am Freitag ihre Forderung nach einer Reform des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Sie wollen stärkere Mitspracherechte der armen Länder in den beiden Institutionen.

Fillon sieht anhaltende wirtschaftliche Risiken

Wie Brown warnte auch der französische Ministerpräsident François Fillon am Samstag vor einem Zurücklehnen angesichts leichter Aufschwungtendenzen in mehreren Ländern. Die langfristigen Prognosen seien nicht günstig, erklärte er auf dem Ambrosetti-Wirtschaftsforum am Comer See in Italien. Das vorhergesagte schleppende Wachstum werde den Regierungen nicht erlauben, das europäische Sozialmodell aufrecht zu erhalten oder die öffentliche Verschuldung zu reduzieren. Zudem seien die Risiken für das Finanzsystem nicht verschwunden. (dapd)

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