Kampf gegen gesponserte Lehrmittel
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Kampf gegen gesponserte Lehrmittel

Wenn die FDP oder McDonald's Lehrmittel sponsern, ist das nicht unproblematisch. Finden die Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) und wollen dem Werbewucher in Schulbüchern einen Riegel schieben.

Wenn die FDP Schulmaterialien sponsert oder McDonald's Gutscheine in Schüleragenden packt, dann hat der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) wenig Freude. «Ideologische oder wirtschaftliche Werbung in Lehrmitteln ist problematisch. Wir wollen nicht, dass wir plötzlich darüber streiten müssen, ob in einem Biologiebuch eher Kreationismus oder Evolutionstheorie vermittelt werden soll», sagt Beat Zemp. Problematische Fälle gebe es auch in der Schweiz. Laut «.ch» werben beispielsweise der Waschmittelhersteller Henkel oder die Stiftung Max Havelaar in Schweizer Schulmaterialien.

Nun sieht der LCH eine Chance, der unkontrollierten Werbung in Schulbüchern einen Riegel zu schieben, wie es in einer Mitteilung des Verbandes heisst. Weil mit dem Projekt „HarmoS" die Lehrpläne in den drei Schweizer Sprachregionen auf Beschluss der Erziehungsdirektorenkonferenz in Bälde vereinheitlicht werden, entscheiden künftig die Kantone nicht mehr alleine, von wem sie die Lehrmittel beziehen. Hier will der Lehrer-Dachverband einhaken. Nach dem LCH sollen künftig unabhängige Agenturen in den einzelnen Sprachregionen nach einheitlichen und transparenten Kriterien entscheiden, welche Verlage, seien sie staatlich oder privat, welche Lehrmittel für die Schulen produzieren dürfen. «Wir wollen die gesponserten Lehrmittel nicht abschaffen, aber Qualitätsstandards müssen eingehalten werden. Zehnjährige in der Schule mit Werbung zu konfrontieren, geht zu weit», sagt Zemp.

thi

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