Kampf gegen Jugendkriminalität

Aktualisiert

Kampf gegen Jugendkriminalität

Die neue Fachstelle für Kinder- und Jugendforensik des Kantons Zürich ist kein Luxusprojekt, sondern Notwendigkeit.

Dies betonten alle Verantwortlichen bei der offiziellen Eröffnung der Fachstelle am Dienstag.

Die Fachstelle sei auch in Zeiten des Sparens kein Luxusprojekt, sagte Gesundheitsdirektorin Verena Diener. Und Justizdirektor Markus Notter strich ihre Notwendigkeit heraus, indem er von gestiegenen Fallzahlen, zunehmender Jugendgewalt und verstärkter Sensibilität in der Bevölkerung für die Thematik sprach.

Der Bedarf an Gutachten zu Gefährlichkeit und Rückfallprognosen sowie an Therapien von jugendlichen Delinquenten nahm ebenso stark zu. Während der Zürcher Psychiatrisch-Psychologische Dienst (PPD) für Erwachsene schon ein breites Forensik-Angebot bereitstellt, fehlte es an entsprechenden Einrichtungen für Minderjährige. Diese enorme Lücke wird nun geschlossen, sagte Diener.

Die Wissenschaft untermauert diese Aussagen: Gemäss Studien aus den USA und Niederlanden zeigten 50 bis 90 Prozent der jugendlichen Straftäter psychische Auffälligkeiten, wie Cornelia Bessler, Leiterin der Fachstelle, erklärte. Es sei zudem erwiesen, dass die professionelle Intervention umso effektiver ist, je früher sie einsetzt, ergänzte Jugendstaatsanwalt Sandro Piraccini.

Dies gelte umso mehr, als das Jugendstrafrecht mehr ein Täter- denn ein Tatstrafrecht ist. Es ist deshalb wichtig, minderjährige Delinquenten so früh wie möglich auf sie zugeschnitten zu betreuen, sagte Bessler. «Unser Ziel ist, den Jugendlichen ein rückfallfreies Leben zu ermöglichen.» Und diesem Sinn trägt die Fachstelle gemäss Regierungsrat Notter zur Sicherheit im Kanton bei.

Die Fachstelle wurde gemeinsam von der Justizdirektion und der Gesundheitsdirektion geschaffen und ist dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) der Universität Zürich angegliedert.

(sda)

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