Tessin : Kampf gegen Tigermücke – Forschende setzen 10'000 sterile Männchen aus

Publiziert

Tessin Kampf gegen Tigermücke – Forschende setzen 10'000 sterile Männchen aus

Die Tigermücke kann per Stich etliche Krankheiten übertragen. Forschende haben im Tessin nun einen Versuch mit unfruchtbaren Männchen gestartet.

von
Philippe Coradi
1 / 3
Ein Team von Forschenden will in einem Pilotversuch der Tigermücke den Kampf ansagen. 

Ein Team von Forschenden will in einem Pilotversuch der Tigermücke den Kampf ansagen. 

Wikipedia/CDC-Gathany-Aedes-albopictus-1
Der Pilotversuch findet in der Tessiner Ortschaft Morcote statt. 

Der Pilotversuch findet in der Tessiner Ortschaft Morcote statt. 

Unsplash 
Ein Grossversuch – geplant für Mai bis September 2023 – würde 200’000 Franken kosten. 

Ein Grossversuch – geplant für Mai bis September 2023 – würde 200’000 Franken kosten. 

pixabay

Darum gehts

  • Forschende wollen mit einem Feldversuch im Tessin die Population der Tigermücken untersuchen.

  • Dafür setzen sie 10’000 unfruchtbare Männchen aus. 

  • In Spanien hat diese Methode schon funktioniert.

  • Ein Grossversuch im Tessin würde 200’000 Franken kosten. Diese müssten noch beschafft werden. 

Die Tessiner Biologin Eleonora Flacio sagt mit einem ersten Testversuch der Tigermücke den Kampf an. Die Forschenden setzen 10’000 männliche Mücken aus. Diese wurden im Vorfeld bestrahlt und sind somit steril – können bei der Paarung das Weibchen also nicht befruchten. Der Testlauf findet im Tessiner Dorf Morcote statt. Der Bund hat den Pilotversuch bewilligt.

Im Pilotversuch untersuchen die Forschenden täglich in einem Umkreis von 250 Metern das Verhalten der Tiere und ihre Lebensdauer. Greift der Versuch wie gewollt, sollen 2023 von Mai bis September wöchentlich 10’000 Tiere ausgesetzt werden. Das Ziel: Weil die sterilen Tigermücken beim Paaren keine Jungen zeugen können, sollte die Population der aggressiven Tigermücke sinken.

Tigermücke überträgt Krankheiten

Das Geld für diesen Versuch hat der Kanton Basel-Stadt bezahlt. Auch dort hat die Tigermücke bereits Einzug gehalten. Die Basler Behörden erhoffen sich dabei Erkenntnisse, wie man effizienter Mückenarten bekämpfen kann. Die Tigermücke ist nicht zu unterschätzen, sie sticht nicht nur Menschen, sondern kann Krankheiten wie das Dengue-Virus übertragen. 

Die Technik wird schon in Spanien mit Erfolg umgesetzt. Nur ist im Tessin das Klima anders. Und eine zweite Hürde gilt es noch zu nehmen: Der Versuch kostet 200’000 Franken, diese müssen sie noch beschaffen.

Gebietsfremde Stechmücken

In der Schweiz kommen momentan drei gebietsfremde Stechmückenarten vor: die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) und die Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus). Diese drei gebietsfremden Arten sind aggressiv und saugen auch tagsüber Blut. Sie sind Gefässbrüter, d.h. sie legen ihre Eier an die Wände von Gefässen, in denen sich stehendes Wasser befindet. Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-, Chikungunya- und das Zika-Virus sowie ca. 20 weitere Krankheitserreger übertragen. Diese Stechmückenart wird in der Schweiz durch den Bund und die Kantone überwacht und bekämpft. Wenn eine schwarz-weiss gestreifte Mücke gefunden wird, sollte sie einer der vier regionalen Meldestellen für gebietsfremde Mückenarten (siehe Früherkennung) geschickt werden.  

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

12 Kommentare