Kampf um Arcelor geht in die nächste Runde
Aktualisiert

Kampf um Arcelor geht in die nächste Runde

Der Luxemburger Stahlkonzern Arcelor hat die für kommenden Mittwoch geplante ausserordentliche Hauptversammlung zur Zukunft des Unternehmens abgesagt.

Zunächst müssten die Verhandlungen über das jüngste Übernahmeangebot des britisch-indischen Branchenführers Mittal weiter geführt werden, hiess es in einer am Montagabend verbreiteten Erklärung. Dagegen könnte eine Einbeziehung der Aktionäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Optionen für die Zukunft vorzeitig begrenzen.

Der Vorstand von Arcelor wies das überarbeitete Mittal-Angebot in der vergangenen Woche weiterhin als unangemessen zurück, da es den Luxemburger Konzern zu niedrig bewerte. Zugleich sprach er sich für eine Fusion mit dem russischen Unternehmen Severstal aus. Diese sei «aus strategischen, finanziellen und sozialen Gesichtspunkten» attraktiver, hiess es in einer Erklärung. Allerdings wurde eine Übernahme durch den mächtigeren Konkurrenten nach weiteren Verhandlungen nicht gänzlich ausgeschlossen.

Mittal will Arcelor ganz übernehmen und bietet dafür 25,8 Milliarden Euro. Severstal will nur etwa ein Drittel der Arcelor-Anteile kaufen, hat aber die Aktien wesentlich höher bewertet. Arcelor will damit einen Aktienrückkauf finanzieren, um eine feindliche Übernahme von Seiten Mittals abzuwehren. Die letzte Entscheidung liegt bei der Aktionärsversammlung. (dapd)

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