FC Zürich: Kampf um Da Costa zwischen Fans und Verein
Aktualisiert

FC ZürichKampf um Da Costa zwischen Fans und Verein

Mit massivem Pyro-Einsatz torpedieren militante FCZ-Anhänger die Spiele, seit ihre Kultfigur – Torhüter Da Costa – vom Verein zurückgestuft wurde. Sogar Fankreise rufen nach der Polizei.

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20M
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Beim Klassiker FCB - FCZ am 12. April im St.-Jakob-Park warfen die FCZ-Fans unzählige Fackeln aufs Spielfeld - es kam zu einem Spielunterbruch.

Beim Klassiker FCB - FCZ am 12. April im St.-Jakob-Park warfen die FCZ-Fans unzählige Fackeln aufs Spielfeld - es kam zu einem Spielunterbruch.

Keystone/Patrick Straub
Auch auf den Rängen war es nicht besser: Scharmützel zwischen FCZ- und FCB-Fans.

Auch auf den Rängen war es nicht besser: Scharmützel zwischen FCZ- und FCB-Fans.

Keystone/Patrick Straub
Und natürlich brannten auch im FCZ-Fansektor selber unzählige Fackeln ab.

Und natürlich brannten auch im FCZ-Fansektor selber unzählige Fackeln ab.

Keystone/Georgios Kefalas

Knallkörper, Pyros, Spielunterbruch – beim Klassiker FCB gegen FCZ am vergangenen Wochenende zeigten sich die Zürcher Fussballfans wieder von ihrer hässlichen Seite. FCZ-Präsident Ancillo Canepa sprach von «Vollidioten», die auf Alkohol und Drogen seien. Die jüngste Eskalation ist offenbar darauf zurückzuführen, dass David Da Costa nicht mehr Stammgoalie ist. Denn der 28-Jährige ist eine Kultfigur insbesondere auch beim militanten Teil der Südkurve.

Kein Wunder: Da Costa sei früher selbst dort gestanden und soll gemäss «Tages-Anzeiger» auch Kontakte zur Gruppierung «K4» gepflegt haben. Selber sagt er dazu nichts. Der gesamte «K4» kassierte 2006 ein Stadionverbot wegen seiner Gewaltbereitschaft. Auch bei den anderen Fans geriet die Gruppierung nach anfänglicher Solidarität damals in Ungnade. Nach einer Strassenschlacht mit den «Boys» näherten sich die beiden gewaltbereiten Fangruppen inzwischen wieder an.

Polizei mahnt zur Geduld

Diese Toleranz stösst vielen Fans mittlerweile selber auf. Nur will sich niemand eine blutige Nase holen – entsprechend ergreift auch niemand das Wort gegen die «unangenehmen» Typen, wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt und sich auf Informationen von einem führenden Kopf der Südkurve stützt. Aber: Weil die Selbstregulierung in der Kurve nur noch bedingt funktioniert, werde selbst aus Fankreisen der Wunsch nach einem Eingreifen der Polizei laut. Stadtpolizei-Medienchef Marco Cortesi verweist im Bericht jedoch auf den Wandel solcher Gruppierungen und dass, um zu handeln, zuerst ein Tatbeweis vorliegen müsse.

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